Die Partei Die Linke schickt 14 Kandidaten ins Rennen um die 37 Mandate des neuen Stadtrats. Spitzenkandidatin ist dabei Ute Brunsch. Sie gab als Zielvorgabe aus, auch nach der Stadtratswahl am 25. Mai die stärkste Fraktion im Gremium zu stellen.

Salzwedel l Es dauerte nur einige Sekunden, bis der Vorschlag für die Spitzenkandidatin kam. "Ich schlage Ute Brunsch vor", sagte Ingrid Schwertz. Sie habe das in der vergangenen Wahlperiode gut gemacht.

Gegenvorschläge gab es nicht. Und so stand bei der Nominierung der Kandidaten der Linken für die Stadtratswahl am Dienstagabend schnell fest, dass die aktuelle Vorsitzende der größten Ratsfraktion ihre Partei auch ins Rennen um die Mandate des neuen Gremiums führen wird.

In der folgenden geheimen Abstimmung wurde Ute Brunsch einstimmig gewählt.

Gerd Schönfeld tritt wieder an

Auch bei den übrigen Kandidaten setzen die Linken auf Kontinuität. So treten etwa mit Gabriele Gruner, Jürgen König, Sigrid Lemme oder Gerd Schönfeld Ratsmitglieder an, die zum Teil seit mehreren Wahlperioden in der Kommunalpolitik aktiv sind. Einziges neues Gesicht ist die 24-jährige Studentin Carina Blank.

In drei geheimen Wahlgängen - Männer und Frauen wurden getrennt gewählt - sprachen sich die Parteimitglieder am Ende einstimmig für eben jene Personen aus, die sich zur Kandidatur bereiterklärt hatten. Nur die Listenplatzierung hinter Ute Brunsch geriet zum Fragezeichen. Denn bei der Abstimmung durften die Genossen selbst gewichten, wen sie auf welchem Platz wiederfinden wollten. Die Bedeutung des Listenplatzes sei allerdings eher psychologisch, sagte Versammlungsleiter Jürgen Brunsch. In den Stadtrat würden unabhängig davon diejenigen einziehen, die die meisten Stimmen erhalten.

Nach ihrer Nominierung machte Ute Brunsch deutlich, was aus Sicht der Linken Ziel für die Wahl sein muss. "Wir sind mit zehn Sitzen die stärkste Fraktion im Stadtrat und wollen nach der Wahl noch stärker werden." Stadtratsvorsitzender Gerd Schönfeld ergänzte, er werde sich "hundertprozentig dafür einsetzen", dass die Partei den Vorsitz auch nach der Wahl behält.

Partei will Standort Henningen sichern

Gelingen soll das vor allem durch das Versprechen, möglichst viele städtische Einrichtungen zu erhalten. So wollen die Genossen alle Grundschulen, darunter den Standort Henningen, sichern. Erhalten möchte die Partei außerdem beide Stadien sowie die Freibäder in Salzwedel und Liesten. Für das Hallenbad streben die Linken darüber hinaus eine effizientere Energieversorgung mit einem Holzkraftwerk an.

Eine bessere Kulturförderung, die Entwicklung von Konzepten für altersgerechtes Wohnen sowie Barrierefreiheit in der Innenstadt sind weitere Inhalte. Beim Thema Sauberkeit rief Ute Brunsch allerdings auch zu mehr Eigenverantwortung auf: "Jeder Einzelne muss einen Beitrag zur Sauberkeit leisten." - Auch wenn die Stadt von Schmierereien Betroffenen helfen müsse.

Was in der nächsten Wahlperiode nicht gelingt, wollen die Genossen als Vision langfristig angehen. So wären für Ute Brunsch der Rückkauf der Stadtwerke und ein Spielplatz für Kleinstkinder vorstellbar. Trotz des ambitionierten Programms will die Linke dabei auch die Haushaltssanierung nicht aus dem Blick verlieren. Brunsch: "Wir befinden uns immer noch in der freiwilligen Konsolidierung."