Der Arendseer Sozialausschuss ist der Lösung des Kleinauer Museumsproblems noch keinen Schritt näher gekommen. Zwar will der Verein Junger Archäologen der Altmark als Träger einsteigen, aber nur mit Otto Mewes an der Spitze. Der sucht aber nach einer Nachfolgerin. Bedenken meldete jetzt die Verwaltung an.

Arendsee/Kleinau l "Ich sehe keine Chance für einen Erhalt des Museums in seiner jetzigen Form - es fehlt an der richtigen Infrastruktur", erklärte am Dienstagabend Arendsees Hauptamtsleiter Andreas Koch während der Sitzung des Sozialausschusses. Außerdem halte er nichts vom Umzug des Museums in den Trakt zwischen der Kindertagesstätte und dem Veranstaltungssaal. "Da sehe ich Probleme mit dem Brandschutz", sagte er. Angesichts des riesigen Fundus an Exponaten fände er die Idee von einer Aufteilung und Vergabe an größere Museen sehr gut.

Initiator Otto Mewes will Teilung vermeiden

Doch gerade das hatte Initiator und Museumsgründer Otto Mewes aus Kleinau vermeiden wollen. Er hatte zusammen mit der damaligen Arbeitsgemeinschaft Junge Historiker, aus der der Verein Junge Archäologen der Altmark hervorging, in den 1960er Jahren den Grundstock für das einmalige Museum in der Schule gelegt.

Inzwischen sind Tausende Ausstellungsstücke von der Tonscherbe, ausgegrabenen Urnen und Siedlungsresten über historische Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte bis hin zu DDR-Unterrichtsmitteln und Alltagskulturgut zusammengekommen. Das alles für die Nachwelt zu bewahren, ist das Hauptanliegen von Otto Mewes.Dem hat sich auch der Arendseer Sozialausschuss verschrieben und bei einer Ortsbesichtigung im Oktober 2013 festgelegt, eine Lösung für das Problem zu finden. Beschlossen wurde der Umzug des Museumsschatzes in den vorderen Trakt des Schulgebäudes, um später den letzten Hausteil abreißen zu können.

Als Träger des Museums hatte sich der Verein der Archäologen gefunden, aber nur unter der Bedingung, dass Otto Mewes als Verantwortlicher vor Ort bleibt. "Aber ich suche nach einem Nachfolger, den ich einarbeiten kann und der dann meine Arbeit übernimmt", meinte der 74-Jährige. Denn langfristig wolle er sich mehr Ruhe gönnen.

Seine Wunschkandidatin: Bürgerarbeiterin und Ortschronistin Michaela Franzl, die vor Jahren schon mitarbeitete (wir berichteten).

Klärung angestrebt bis spätestens Mai

Doch ein erstes Gespräch mit Kleinaus Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke hatte keine wirkliche Lösung gebracht. "Ich werde das Gespräch mit Otto Mewes noch einmal suchen", versprach das Ausschussmitglied am Dienstag.

"Ich möchte das Problem aber noch vor dem Ende unserer Legislatur im Mai klären", kündigte Ausschussvorsitzender Thomas Schlicke (Die Linke) an. Eine Alternativlösung habe er aber auch: "Ich schlage vor, dass der Tourismusverein Arendsee den Fundus übernimmt und in seiner Kulturscheune am Hotel Deutsches Haus ausstellt beziehungsweise einlagert", erklärte er gestern auf Nachfrage. Ein Vorgespräch mit dem Vorstand habe bereits stattgefunden. Noch in dieser Woche sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.