Von Anke Pelczarski

Diesdorf l Es darf nichts Unvorhergesehenes passieren, damit der Diesdorfer Haushalt auch noch zum Jahresende ausgeglichen ist. Das Zahlenwerk ist sehr eng gestrickt, erfuhren die Ratsleute während ihrer jüngsten Sitzung.

Bevor der aktuelle Etat beleuchtet wurde, blickte Dorlis Reimann, Kämmerin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, aufs Jahr 2013 zurück. Gestartet mit einer Rücklage von 346100 Euro, seien zum Jahresende nur noch 38500 Euro im Sparstrumpf übrig geblieben. Dies sei zum einen der Tatsache geschuldet, dass der Rat Kasseneinnahmereste von säumigen Zahlern teilweise niedergeschlagen habe, weil bei diesen kein Geld zu holen sei. Zum anderen musste die Gemeinde die Fördergelder für den Straßenbau erst einmal vorstrecken - diese werden erst 2014 ausgezahlt.

Der Verwaltungshaushalt sei wiederum nicht ausgeglichen. Es gebe ein Loch von 83000 Euro, erklärte Dorlis Reimann. Dies sei unter anderem dadurch bedingt, dass die selbst aufzubringenden Personalkosten für den Jugendklub immer höher werden. "Im Vorjahr gab es einen Zuschuss vom Kreis in Höhe von 17300 Euro, in diesem Jahr nur noch 12600 Euro", sagte sie. Bürgermeister Fritz Kloß brachte die Empfehlung des Hauptausschusses vor, die Wochenarbeitszeit des Jugendklubleiters von 32 auf 30 Stunden zu kürzen. Dagegen wehrte sich unter anderem Ratsmitglied Matthias Nieschlag: "An der Jugendarbeit zu sparen, wäre ein falsches Zeichen", sagte er. Ratskollege Detleff Bill erklärte, dass es wichtig sein, den Jugendlichen etwas anzubieten, wo sie sich unter Aufsicht aufhalten könnten.

Um Energie zu sparen, soll jetzt die gesamte Straßenbeleuchtung an der Molmker Straße mit LED-Lampen ausgestattet werden. Durch den separaten Zähler könnte herausgefunden werden, welches Einsparpotenzial sich biete, sagte Ratsherr Norbert Kozyk.

Im investiven Bereich würden als Schwerpunkt 420000 Euro für den Straßenbau ausgegeben, so die Kämmerin. Für 338000 Euro Fördermittel gebe es einen Zuwendungsbescheid. Bezahlt werden müssten noch 55000 Euro für den Bau des Radweges in Molmke für das Jahr 2013 sowie 15000 Euro für die geplante Verlängerung, die in diesem Jahr erfolgen soll. 10000 Euro seien für neue Anschlüsse an der Alten Darre aufzubringen.

Als Dorlis Reimann darauf verwies, dass sogar 5900 Euro in die Rücklage wandern könnten, wartete Fritz Kloß mit einem Wunsch auf: Ein weiterer Gemeindearbeiter für 30 Stunden pro Woche soll eingestellt werden. Geschätzte Kosten für neun Monate: etwa 18100 Euro. Ratsherr Roland Neuschulz brachte den Antrag ein, die 32 Wochenstunden des Jugendklubleiters zu belassen und zusätzlich die Stelle auszuschreiben. Dies fand eine Mehrheit.

Damit hat der Verwaltungshaushalt ein Volumen von 2,19 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt von 824500 Euro. Der Etat wurde mehrheitlich gebilligt.