Am 16. April ist Versteigerungstermin für die Arendseer Strandgaststätte. Die Stadt soll mitbieten. Das beschloss der Stadtrat. Die Linke und die Fraktion Arendsee-Land setzte sich mit 17 Stimmen gegen SPD und CDU mit 8 Stimmen durch - das Ende einer kontroversen Debatte.

Kaulitz l Nach gut halbstündiger Debatte stand es am Montagabend im Kaulitzer Dorfgemeinschaftshaus fest: Die Stadt soll die Arendseer Strandgaststätte kaufen. Sie soll beim Versteigerungstermin am 16. April im Salzwedeler Amtsgericht mitbieten. "Dafür steht das Geld aus Rückstellungen im Etat des Eigenbetriebs zur Verfügung, 200 000 Euro, das ohnehin für das Anlagevermögen der Luftkurort GmbH gedacht ist", erklärte Linken-Fraktionschef Thomas Schlicke.

Er hatte im Namen seiner Fraktion erneut den Antrag auf Kauf der Strandgaststätte gestellt. "Sie gehört zum Ensemble des Strandbades und würde der GmbH endlich ein effektives Bewirtschaften mit ausreichendem gastronomischen Angebot ermöglichen", sagte er. GmbH-Geschäftsführer Michael Meyer solle ein Konzept vorlegen. "Über die konkrete Kauf- oder Bietersumme sollten wir nicht öffentlich entscheiden", so Schlicke.

Michael Meyer kam an Montag nicht zu Wort. Auch gestern hielt er sich bedeckt. "Ein neues Konzept kann ich erst vorlegen, wenn der Beschluss umgesetzt wird und ich weiß, was zukünftig gewollt ist", sagte er gestern auf Nachfrage. Jetzt seien die Stadträte gefragt, was Kaufpreis und Ersteigerung anbelange.

Gegen das Vorhaben hatten sich Gegner aus den Reihen von CDU und SPD gestellt. "Ich finde es angesichts einer kurzen Saison mit vielleicht vier bis fünf Veranstaltungen absurd, allein für das Wegerecht vor der Freilichtbühne 200 000 Euro zu investieren", hatte Stadtrat Matthias Goyer (CDU) argumentiert. Und die von Klaus Führ als katastrophal bezeichnete gastronomische Versorgung der Badbesucher wies er zurück: "Kommen Sie an den Strand und genießen bei uns am Imbiss Kaffee und frischen Kuchen", lud er ein.

Sein Fraktionskollege Jörg Martin stimmte ihm zu und gab zu bedenken: "Diese 200 000 Euro sind Verlustausgleiche und sollen dem Erhalt des Grund- und Anlagevermögens der GmbH dienen", machte er deutlich. Das Geld solle in die Anlagen investiert werden, um den Gästen mehr Qualität zu bieten.

So sehe es auch das bereits beschlossene touristische Konzept vor. Darin sind konkrete Maßnahmen geplant, die nach einer Prioritätenliste zusammengestellt sind. Dringend notwendig sind danach zum Beispiel die Sanierung des 20 Jahre alten Sanitärgebäudes auf dem Campingplatz, der Ersatzkauf eines Rettungsbootes im Strandbad, die Erneuerung des Kassensystems und der Temperaturanzeige am Strand, die Anschaffung von Schwimmplattform und Sprungturm.

"Alle diese Dinge können dann nicht realisiert werden, abgesehen davon, dass auch für den Raddampfer einmal größere Investitionen nötig sind", so Jörg Martin.

Er sei gegen den Kauf der Gaststätte, weil das den Haushalt gefährde. "Wir sollten uns nicht auf dieses Abenteuer einlassen", fügte Bürgermeister Norman Klebe an.

Sein Amtsvorgänger Klaus Führ hielt den Kauf für "lange überfällig". Es sei die letzte Chance, den Strand aufzuwerten.

Bereits 2012 und 2011 war der Kaufantrag vom Stadtrat aus Kostengründen abgelehnt worden. Bei der namentlichen Abstimmung am Montag setzten sich die 17 Stadträte der Fraktionen Die Linke und Arendsee-Land gegen die 8 Mitglieder von CDU und SPD durch. Ein Ratsherr enthielt sich der Stimme.