Seit Anfang Dezember sind im Zuständigkeitsbereich der Tönsmeier Entsorgungsdienste GmbH drei Touren ausgefallen. Weitere Touren seien zwar begonnen, aufgrund der Witterungsverhältnisse dann jedoch abgebrochen worden. Vorausgesetzt, es komme in den folgenden Tagen nicht zu einem erneuten Wintereinbruch, sollen die ausstehenden Müllmengen bis Ende dieser Woche abgeholt sein.

Salzwedel. "2010 hat geendet, wie es begonnen hat", lässt Boris Ziegler, Sprecher der Tönsmeier Unternehmensgruppe, das abgelaufene Jahr Revue passieren. 2009/2010 habe es nach längerer Zeit erstmals wieder einen harten Winter gegeben, denen die zurückliegenden Wochen in nichts nachstanden. Unter diesen Beding- ungen sei es schwierig, die Entsorgungstouren wie gewohnt zu absolvieren.

Seit Dezember seien bislang drei Touren komplett ausgefallen. Angesichts der Straßenverhältnisse sei es nicht zu verantworten gewesen, mit dem Sammelfahrzeug unterwegs zu sein. "An anderen Tagen wurden die Touren begonnen, dann jedoch wieder abgebrochen worden. Mitunter waren lediglich die kleinen Straßen und Wege betroffen, die aufgrund der am Straßenrand aufgetürmten Schneeberge und der geparkten Autos nicht zugänglich waren. Wieviele Touren abgebrochen wurden, dazu seien keine Angaben möglich, so der Unternehmenssprecher weiter.

Inzwischen sei der Entsorgungsrückstand so gut wie aufgeholt. Mülltonnen, die bis zum 24. Dezember stehen blieben, seien bis gestern geleert worden. Die verbleibenden Tonnen sollen bis Ende dieser Woche geleert sein – vorausgesetzt, der Winter startet nicht in eine neue Runde.

Anfeindungen unfair: Mitarbeiter machen einen Knochenjob

Boris Ziegler verweist auf die Ausgangsbedingungen: Ein Sammelfahrzeug für den Inhalt der grauen Tonnen wiege 25 Tonnen, ein Spezialfahrzeug, mit dem Glascontainer entleert werden, sogar 38 Tonnen. "Die unterliegen nun mal gewissen Gesetzmäßigkeiten. Wenn ein Polo im Winter an einem Hang noch anfahren kann, kann das solch ein Fahrzeug eben nicht." Ziegler verweist einmal mehr darauf, dass alle Entsorgungsfahrzeuge mit Winterreifen und sogenannten Schleuderketten "überproportional gut ausgestattet" sind.

Den von ausgefallenen beziehungsweise abgebrochenen Touren betroffenen Kunden bietet das Unternehmen an, ihren Müll in einem handelsüblichen blauen Sack neben der Tonne zu platzieren. Zu beachten sei jedoch, dass der blaue Sack bei der nächsten turnusmäßigen Abfahr der entsprechenden Müllsorte mit im Sammelfahrzeug landet. Soll heißen: Hausmüll wird beispielsweise nicht zusammen mit der Papiertonne entsorgt.

"Außerdem sollten die blauen Säcke in etwa mit der Müllmenge gefüllt werden, die auch in die Tonne passt", fügt Boris Ziegler hinzu. "Wir sind im Altmarkkreis mit Seitenladerfahrzeugen unterwegs. Erst wird die Tonne geleert, dann der Sack in die Tonne gesteckt und diese noch einmal geleert. "Fazit: Unsere Mitarbeiter machen einen Knochenjob," wirbt Ziegler um Verständnis. Sie wegen der ausgefallenen oder abgebrochenen Touren etwa anzufeinden, das sei einfach nicht fair.

Dort, wo Müll nachweislich zu den vorgegeben Terminen nicht abgeholt wurde, werden die blauen Säcke kostenlos mitgenommen, hieß es bereits gegen Ende 2010 seitens des Altmarkkreises.

Das sei auch dadurch begründet, dass das Registriersystem die zweimalige Entleerung einer Tonne innerhalb kurzer Zeit nicht akzeptiere, erläuterte Katrin Pfannenschmidt, Leiterin des Amtes für kommunale und kommunalwirtschaftliche Angelegenheiten der Kreisverwaltung.

Voll des Lobes ist Boris Ziegler über die Zusammenarbeit mit dem Altmarkkreis. "Wir hatten immer einen kompetenten Ansprechpartner, auch zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel. Das ist nicht überall so. Wir sind für die Entsorgung in mehr als 30 Landkreisen und kreisfreien Städten zuständig, da haben wir durchaus Vergleichsmöglichkeiten."

Straßenzustand ansehen und dann entscheiden

Lehren für die Zukunft könne man aus den zurückliegenden Wochen eigentlich kaum ziehen. "Unsere Mitarbeiter sind erstklassig und erfahren. Und grundsätzlich sind alle Logistikunternehmen verpflichtet, verantwortungsbewusst zu handeln und ihre Mitarbeiter nicht zu gefährden. Wir müssen uns den Straßenzustand ansehen und dann entscheiden. Und mitunter würden wir uns etwas mehr Gelassenheit wünschen."