Mit der Zwangseingemeindung von Steinitz in die Hansestadt Salzwedel ist für den Märchenpark eine wichtige Einnahmequelle versiegt. Das bekommen die Gäste zu spüren: Erwachsene müssen mehr, Kinder ab fünf Jahren erstmals Eintritt für das Kleinod zahlen. In den Bestand und neue Touristenattraktionen soll dieses Jahr investiert werden, kündigt Leiterin Cornelia Wiechmann an.

Salzwedel/Simander. Duftgarten und Märchenpark haben sich zu einem echten Touristenmagneten entwickelt. Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 sind in der Freizeitstätte 65 340 Besucher gezählt worden, berichtete Cornelia Wiechmann, Prokuristin der Jeetze-Landschaftssanierung und Leiterin des Märchenparks, auf Nachfrage der Volksstimme. Im Jahr 2009 waren es 68 797 Gäste, also 3457 mehr.

Cornelia Wiechmann ist mit der Bilanz dennoch zufrieden. Der leichte Rückgang hänge mit dem Wetter zusammen. So sei das Herbstfest buchstäblich ins Wasser gefallen. Ebenfalls nicht ganz optimal seien die Voraussetzungen bei der Kindertagsveranstaltung gewesen, so die Prokuristin. Das nunmehr fertiggestellte Bastelhaus und das neue Waldhaus sind für die Veranstalter Garanten dafür, wetterunabhängiger zu sein.

Im abgelaufenen Jahr ist kräftig investiert worden – unter anderem ins Hexenhaus, Waldhaus, in die Feen- und Elfenlandschaft sowie einen neuen Parkplatz.

Der Duftgarten am Warthekreisel soll dieses Jahr eine neue Attraktion erhalten – in Form einer Spielscheune. "Fördermittel sind beantragt. Die Bescheide stehen noch aus", erläuterte die Leiterin des Märchenparks. Die entsprechende Scheune steht derzeit noch im Lemgow, genauer gesagt im kleinen Örtchen Simander (Kreis Lüchow-Dannenberg). Mitarbeiter sind bereits damit beschäftigt, die 640 Quadratmeter große und elf Meter hohe Fachwerkscheune abzutragen. In der nahe Salzwedel wieder aufzubauenden Gebäudehülle soll ein sogenannter Indoor-Spielplatz entstehen. "Mit Riesenrutsche, Kletterparcours und Bällebad", erklärte Corne-lia Wiechmann. Läuft alles nach Plan, soll die neue Attraktion im Herbst in Betrieb gehen. Fließen die kurz vor der Zwangseingemeindung in die Hansestadt von der Gemeinde Steinitz zugesagten Mittel in Höhe von 35 000 Euro nicht, wird es schwieriger, das Projekt zu realisieren, so die Prokuristin. Sie hält die Idee einer Spielscheune für eine Bereicherung Salzwedels.

Darüber hinaus soll das Areal von Max und Moritz ein neues Gesicht erhalten. Die mittlerweile in die Jahre gekommenen Holzhäuser werden durch neue ersetzt. Ferner ist die Aufstellung neuer Spielgeräte, unter anderem einer Großrutsche sowie eines Mehrzweckklettergerätes geplant, sagte Cornelia Wiechmann.

Mittel für die bauliche Unterhaltung des gewachsenen Bestandes sollen künftig mit über Eintrittsgelder eingeworben werden. Entsprechende Gelder für Neu- und Bestandsbauten hatte bislang die selbständige Gemeinde Steinitz großzügig bereitgestellt (wir berichteten). Groß und Klein werden ihren Beitrag leisten. Kinder müssen erstmals einen Obolus entrichten. "Bislang waren Kinder komplett frei", so Cornelia Wiechmann. Mädchen und Jungen zwischen 5 und 17 Jahren zahlen nun 1,50 Euro. Erwachsene müssen für den Besuch ebenfalls etwas tiefer in die Tasche greifen – und statt 2 künftig 3 Euro berappen. Der Preis für die Jahreskarte der Erwachsenen ist von 16 auf 21 Euro angehoben worden. Neu ist die Jahreskarte für Kinder zum Preis von 9 Euro. Der Besuch im Duftgarten bleibt frei.

Die Märchenpark-Chefin hofft auf Verständnis. Schließlich werde für Gäste aus nah und fern den ganzen Tag etwas geboten. Wasser, Abwasser, Strom und Personal (drei Festangestellte und sechs Saisonkräfte) müssen bezahlt werden.