Gestern besichtigten Fraktionsvorsitzende des Stadtrates die Arendseer Strandgaststätte. In der internen Runde machten sie sich ein Bild vom Zustand des Hauses, das laut Mehrheitsbeschluss gekauft werden soll.

Arendsee l Ortstermin Strandgaststätte am Arendsee: Zu einer internen Besichtigungsrunde trafen sich dort gestern Vormittag Vertreter der Arendseer Stadtratsfraktionen mit einem Verantwortlichen der Volksbank Osterburg-Lüchow- Dannenberg. Zusammen mit Bürgermeister Norman Klebe, Vize-Bauamtsleiterin Monika Leue und Kämmerin Sigrid Lüdecke machten sich die Stadträte Jörg Benecke von der Fraktion Arendsee Land, Stadtratsvorsitzender Hans-Georg Kempcke, Linken-Fraktionschef Thomas Schlicke und Uwe Walter für die Fraktion CDU/SPD ein Bild vom Zustand im Inneren der Immobilie.

"An meiner Haltung zum vor einer Woche gefassten Mehrheitsbeschluss zum Kauf hat sich nichts geändert: das finanzielle Risiko der Investition ist zu hoch, die Folgekosten noch nicht absehbar", erklärte Norman Klebe anschließend auf Nachfrage der Volksstimme.

Das Objekt umfasse eine Größe von 900 Quadratmetern. Das übersteige die Kräfte der Stadt und der Luftkurort GmbH. Mit einer Betreibung als Gaststätte sei diese überfordert. Er behalte sich die Prüfung des Beschlusses und rechtliche Schlussfolgerungen noch vor.

"Abriss steht nicht zur Debatte, wenn gekauft wird, muss ein Konzept erarbeitet werden."

Stadtrat Thomas Schlicke

"Wir wollten uns ein konkretes Bild machen, nach dem wir dann den Bieterpreis festlegen können", war von Jörg Benecke zu erfahren. Er ist Befürworter des Kaufs. Dazu stehe er nach wie vor. Es sei wichtig, das Haus auf dem Strandbad- areal in städtisches Eigentum zu bringen, damit das ganze Gelände in einer Hand liege.

Den Zustand fand er akzeptabel, "fast zu schade zum Plattmachen". Auch solche Absichten waren in der Stadtratssitzung vor einer Woche vorgebracht worden: Lieber abzureißen als erneut eine Ruine wie beispielsweise das Waldheim zuzulassen.

"Ein Abriss steht im Moment gar nicht zur Debatte. Wenn gekauft wird, muss ein Konzept zur Nutzung erarbeitet werden", betonte Thomas Schlicke. Aber erst einmal müsse ein Schritt nach dem anderen gemacht werden. Das heiße, erst müsse die Teilnahme an der Versteigerung gesichert und der Erwerb vollzogen werden.

Das Geld zum Bieten soll von der 220 000-Euro-Summe im Haushalt des Eigenbetriebs genommen werden, die für den Erhalt des Anlagevermögens in der Luftkurort GmbH zur Verfügung steht. Wenn davon die Strandgaststätte finanziert werde, erhöhe das das Eigenvermögen der GmbH.

Am kommenden Donnerstag wollen sich die Fraktionsvorsitzenden mit dem Bürgermeister über einen Preis einigen, mit dem die Stadt in die Versteigerung am 16. April geht.

Bei der letzten Versteigerung im September 2013 hatte sich kein Interessent gefunden. Der Besitzer, der das Haus 2012 zwar ersteigerte, aber nicht vollständig bezahlte, hat auch jetzt Kaufabsichten geäußert und bereits Zeitungsanzeigen zur Neueröffnung im Frühjahr 2014 geschaltet.

Während der Stadtratssitzung am 17. März in Kaulitz hatten sich die Mitglieder der Fraktion Die Linke zusammen mit der Fraktion Arendsee Land gegen die Mitglieder von CDU und SPD durchgesetzt. Mit 17 zu 8 Stimmen wurde bei einer Enthaltung der Kauf der Strandimmobilie beschlossen (wir berichteten).