Eine 40 000-Euro-Spende von Lotto Sachsen-Anhalt bildet den Grundstock für die Entwicklung eines länderübergreifenden Konzeptes für Naturschutz und Naturerleben in der Landgraben-Dumme-Niederung am Grünen Band. Lotto-Bezirksleiter Peter Hoppe übergab BUND-Projektkoordinator Dieter Leupold gestern am Hoyersburger Grenzturm den symbolischen Scheck.

Hoyersburg. Seit vielen Jahren ist Lotto Sachsen-Anhalt ein maßgeblicher Förderer des Naturschutzes im Bundesland. Mehr als 670 000 Euro flossen dem BUND-Landesverband für die Realisierung von etwa 40 Projekten zu. Ein Beispiel ist die Renaturierung des Cheiner Torfmoors vor zwei Jahren. Insgesamt förderte die Lottogesellschaft seit ihrer Gründung vor 20 Jahren zirka 270 Umweltprojekte in Sachsen-Anhalt mit einem Volumen von fast sieben Millionen Euro. Das Geld floss beispielsweise in den Schutz seltener Tierarten und von Baumalleen, die Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften oder Umweltbildungsprojekte.

Gestern stapfte Lotto-Bezirksleiter Peter Hoppe mit einem 40 000-Euro-Scheck auf die Wiese am ehemaligen Grenzturm zwischen Hoyersburg und Lübbow. Das Geld ist die Hälfte der Summe, die der BUND auf sachsen-anhaltischer Seite aufbringen muss, um ein Konzept für die nachhaltige Entwicklung von Natur und Tourismus an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu erstellen. "Dass dies länderübergreifend passiert, ist eine neue Qualität", verwies Dieter Leupold auch auf parallele Aktivitäten auf niedersächsischer Seite. Die restlichen Kosten für das Konzept, das im Frühjahr in Angriff genommen werden soll und etwa 18 Monate bis zur Fertigstellung benötigt, sollen aus Eigenmitteln und Fördergeldern des Landesverwaltungsamtes – die Bewilligung steht noch aus – aufgebracht werden, so der BUND-Mitarbeiter. Dessen Schwerpunkte würden auf dem Naturschutz und dem Naturerleben liegen. Landwirte, Jäger und Behörden sollen frühzeitig eingebunden werden, um für alle angedachte Projekte möglichst einen Konsens finden zu können. Eine breite Akzeptanz sei dem BUND wichtig, betonte Dieter Leupold. "Das ist ein sehr sinnvoller Ansatz. Denn Naturschutz kann nicht separat betrieben werden, sondern muss ein Anliegen der Gesellschaft sein", lobte Peter Hoppe.

In der Landgraben-Dumme-Niederung, einer der bedeutendsten Naturräume Deutschlands, sind bereits zahlreiche Einzelprojekte umgesetzt worden, doch eine Gesamtkonzeption fehlte bislang, erklärte Dieter Leupold. Dies soll nun endlich nachgeholt werden. Das Potenzial beim Erleben von Geschichte und Natur im früheren Todesstreifen sei nämlich enorm.