Der Ausbau des Weges zwischen Ritze und der B 190 zur Verkehrsentlastung Salzwedels und Groß Chüdens beschäftigt die Politik seit Jahren. Diesem und weiteren Themen hat die Verwaltung ein Arbeitsgespräch gewidmet. Eine Auswertung liegt jetzt vor.

Salzwedel l Lange sind der Ausbau des Wirtschaftsweges zwischen Ritze und B190 sowie die Wiederöffnung der Strecke für Pkw in der Diskussion. Entstehen könnte eine nordöstliche Umfahrung der Kernstadt, die gleichzeitig Groß Chüden und Ritze vom Durchgangsverkehr entlasten würde.

Aus diesen Plänen wird zumindest kurzfristig wohl nichts. Das geht aus der Auswertung eines "verkehrspolitischen Arbeitsgespräches" hervor, das Vertreter von Stadt, Parteien und Einrichtungen im Mai 2012 und erneut am Jahresende 2013 geführt haben. Dem etwa vom Ortschaftsrat Groß Chüden befürworteten Ausbau des Wirtschaftsweges bei Ritze stehen aus Sicht der zuständigen Verkehrsbehörden gleich mehrere offene Fragen entgegen: etwa die Kostenübernahme für die Überquerung der Bahnstrecken nach Stendal und Arendsee. Außerdem die Unvereinbarkeit mit der aktuellen Bundesverkehrswegeplanung, die einen südlichen Verlauf der als Ortsumfahrung zu bauenden B 190n vorsieht.

Stand der Situation ist: Die Strecke zwischen B190 und Ritze ist seit Ende 2012 wegen der Situation am Bahnübergang für den normalen Verkehr gesperrt, nur Bahn- und landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen ihn nutzen. Lothar Heiser (CDU) forderte im Verkehrsausschuss am Dienstag dennoch, erneut den Versuch zu unternehmen, den Weg für den normalen Verkehr freizugeben. "Ein Verbindungsweg von der B190 über die Ritzer Brücke bis zur B248 fehlt", sagte er. Doch schwerstes landwirtschaftliches Gerät fahre dort. Heiser: "Warum sollten nicht auch normale Pkw fahren dürfen? Wenn wir zumindest eingeschränkten Verkehr dort laufen lassen können, wäre viel erreicht."

Ein möglicher Schritt wäre die Übernahme des Weges durch den Kreis und der anschließende Ausbau mindestens zur Kreisstraße. Der Kreisausschuss war in seiner Dezembersitzung bereits über eine Übergabe der Schillerstraße von der Ritzer Brücke bis zum Kreisverkehr Karl-Marx-Straße vom Kreis an die Stadt, informiert worden. Im Gegenzug wollte der Kreis den Ritzer Weg übernehmen und längerfristig ausbauen. Stadtsprecher Olaf Meining sprach gestern nur von Vorbereitungen. Wolfgang Kappler (Salzwedel Land) warf der Stadt vor, die Übernahme zu verschleppen. Mit dem Wunsch nach einer Nord-Umgehung steht ein weiterer Vorschlag auf dem Arbeitspapier in Zusammenhang. So favorisiert die Bürgerinitiative "Westliche Altmark" eine veränderte Trassenführung der noch zu bauenden B190n entlang der Eisenbahnlinien. Auch dieser Lösung steht laut Auswertungspapier aber die aktuelle Bundesverkehrswegeplanung mit südlichem Trassenverlauf entgegen.

Die Zwischenbilanz des "verkehrspolitischen Arbeitsgespräches" mit diesen und weiteren Punkten will Ordnungsamtsleiterin Christine Schramm nun noch einmal an den Stadtrat weiterleiten. Dieser soll sich mit den offenen Fragen befassen.