Vier Tage vor dem Besuch der Kanzlerin beim Neujahrsempfang steht das Programm. Das Medieninteresse ist riesig, die Sicherheitsvorkehrungen hoch. Ein Besuch im Rathaus.

Salzwedel l Sabine Danicke kann wieder lächeln. Mit frischer Frisur und rosafarbenem Blazer sitzt sie am Mittwoch vorm Schreibtisch ihres Büros im Rathaus. "Jetzt bin ich nicht mehr aufgeregt", sagt sie.

In der Tat, es ist alles bereitet für das wohl größte Ereignis in Salzwedel seit dem Besuch der Bundeskanzlerin im vergangenen April: Am Montag, 31. März, wird Angela Merkel um 19 Uhr als Gast des Neujahrsempfangs im Kulturhaus erwartet. Nicht nur aus Sicht der Oberbürgermeisterin ein echter Coup. Bis der Termin feststand, mussten Danicke und ihre Mitarbeiter in den vergangenen Wochen allerdings mehr als einmal zittern. "Erst am 5. März haben wir definitiv erfahren, wann sie kommt", erzählt Danicke. Denn nachdem der 31. März Ende Januar das erste Mal als Termin festgelegt worden sei, hieß es zwischenzeitlich aus dem Kanzleramt, es werde doch der 25. März. "Da waren die Einladungen aber schon alle gedruckt", sagt Danicke und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

Es ist noch einmal alles gut gegangen, es bleibt beim 31. März. "Und das Programm steht auch", erzählt Danicke. Nach dem Einlass ab 18 Uhr und dem offiziellen Beginn um 19 Uhr wird Merkel eine Rede vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und lokalen Vereinen halten, unter ihnen auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Doch auch Danicke selbst wird sprechen. Und sie hat sich gut vorbereitet. "Immer wieder habe ich in den letzten zwei, drei Wochen an der Rede gefeilt und viel gekürzt", sagt sie. Wichtig sei ihr, dass am Ende eine Botschaft steht: "Salzwedel ist ein kleiner Diamant mit Zuckerguss." Diese Nachricht soll nicht nur die Kanzlerin hören, sondern auch die Journalisten, die so zahlreich in Salzwedel vertreten sein werden wie lange nicht. 34 Mitarbeiter von 13 Medienhäusern hatten sich bis Mittwoch für den Empfang angemeldet - darunter große Namen wie das ZDF oder die Deutsche Presseagentur (dpa). Beide dürften eine hohe Verbreitung garantieren.

"Mehr Ehre kann nicht sein."

Sabine Danicke verspricht sich auch deshalb langfristige Effekte des Empfangs. "Mehr Ehre kann nicht sein", sagt sie. "Wenn einer so kleinen Stadt so viel Aufmerksamkeit zukommt, dann schaut man doch auch mal vorbei."

Ein Ereignis für ganz Salzwedel wird der Empfang übrigens nur bedingt. Denn diejenigen, die nicht zu den geladenen 600 Gästen gehören - von denen 350 bereits zugesagt haben - werden erst aus Zeitung und Fernsehen von der Rede der Kanzlerin, dem Showteil sowie dem Buffet mit den Cannapes erfahren. "Überhaupt gilt Sicherheitsstufe 1", sagt Danicke. Und so ist es kein Zufall, dass selbst das Stadtoberhaupt noch nicht weiß, wie die Kanzlerin anreist und wie lange sie bleibt.

Dafür verrät die Oberbürgermeisterin schon mal, dass sie dem Neujahrsempfang im Frühling auch mit ihrer Kleidung entsprechen will. "Es wird bunt", sagt sie und da ist es wieder dieses entspannte Lächeln. Es sieht also gut aus, alles ist bereitet. Jetzt fehlt nur noch die Kanzlerin.