Ritze l Ulrich Ungewickell, ehemaliger Ortsbürgermeister von Chüden, hat die Sperrung des Weges zwischen Ritze und der B190 kritisiert. Die Bahn habe den mit Mitteln der ehemaligen Gemeinde Chüden asphaltierten Weg Ende 2012 für den normalen Verkehr sperren lassen. Begründung: Der Bahnübergang über die Amerikalinie sei zu eng für eine sichere Passage zweier Fahrzeuge im Gegenverkehr. "Dabei war es die Bahn selbst, die zuvor veranlasst hatte, den Übergang zu verengen", sagt Ungewickell.

Der ehemalige Ortsbürgermeister nennt das Vorgehen des Unternehmens "Diebstahl am Eigentum der Bürger der ehemaligen Gemeinde Chüden", er fordert eine Wiederfreigabe der Strecke für den Pkw-Verkehr. Darauf hofft auch sein Amtsnachfolger Detlef Korneck. Um die Sperrung aufheben zu können, hat er mehrere Vorschläge anzubieten. So könnte ein Schild "Gegenverkehr Vorrang gewähren" die Passage entgegenkommender Fahrzeuge am Bahnübergang regeln, sagt er. An der schon früher geltenden Gewichtsbegrenzung auf 5 oder gar 3,5 Tonnen sollte man festhalten, auch über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 ließe sich reden, so Korneck.

Sowohl Ungewickell als auch Korneck hoffen außerdem auf eine rasche Übernahme des Wirtschaftsweges durch den Landkreis und den anschließenden Ausbau zur Kreisstraße. Die Verhandlungen zwischen der Stadt als aktuellem Eigentümer und dem Landkreis über einen Straßentausch sind weit fortgeschritten. Ob und wann es zur Umsetzung kommt, ist aber offen (wir berichteten). Hintergrund: Seit der Sperrung des Ritzer Weges für den normalen Verkehr fahren Pkw zwischen Pretzier und der Innenstadt verstärkt über Groß Chüden, Ritze und den Krangener Weg. Die Bürger an der Strecke klagen über Verkehrslärm, Gefahren durch überhöhte Geschwindigkeit und Erschütterungen.

Bürgeramtsmitarbeiterin Jean Kusian wies daraufhin, dass die Verkehrsbelastung in Groß Chüden nach Zählungen der Stadt 596 Fahrzeuge pro Tag beträgt. "500 Fahrzeuge je Stunde gelten als geringe Verkehrsdichte." Man werde die Situation aber beobachten.

Von der Bahn gab es gestern keine Stellungnahme.