Salzwedel l Kanzlerin besucht Kleinstadt. Fast überall ein Grund zum Feiern. Doch ausgerechnet aus der Partei von Angela Merkel in Salzwedel kommt Kritik. CDU-Kreisvorsitzender Peter Fernitz hat sich im Vorfeld beim Bundeskanzleramt beschwert.

"Der Zeitpunkt des Besuches war unglücklich", sagte Fernitz. Keine acht Wochen sind es bis zur Kommunalwahl, bei der auch Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke für den Kreistag kandidiert. Die Kanzlerin helfe somit der Oberbürgermeisterin im Wahlkampf. Dabei ist Danicke seine Konkurrentin im Wahlbereich 1.

Ob Merkel nicht wenigstens vor dem Empfang noch das CDU-Büro in Salzwedel besuchen könnte, schlug Fernitz vor einiger Zeit dem Kanzleramt vor. Doch aus Berlin kommt ein Nein. Stattdessen bietet man ihm einen extra Fototermin kurz vor Beginn des Neujahrsempfanges an. Und so stellten sich Fernitz und seine CDU-Kollegen Michael Ziche und Jörg Hellmuth sowie Ministerpräsident Reiner Haseloff mit der Kanzlerin zum Gruppenbild mit Merkel auf.

Ins Kulturhaus wären wohl auch gerne viele CDU-Mitglieder aus der Region gekommen. Zu diesem Thema gab es täglich in der Kreis-Geschäftsstelle in Salzwedel mehrere Anrufe. "Es war schwer, den Mitgliedern zu vermitteln, dass Angela Merkel als Kanzlerin und nicht als Parteivorsitzende nach Salzwedel gekommen ist", sagte Fernitz.