Peter Jürgens engagierte sich zwölf Jahre lang als Vorsitzender des Bezirksverbandes Altmark der Gartenfreunde. Jetzt hat er den Staffelstab an Hartmut Daasch weitergegeben. Der Klötzer blickt auf die arbeitsreiche Zeit zurück.

Salzwedel l "Mir ist schon eine Last von den Schultern gefallen, als ich das Amt abgeben durfte", gesteht Peter Jürgens. Der heute 73-Jährige hat sich reiflich überlegt, nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren und bereits vor gut einem Jahr darauf hingewiesen. Denn es sei besser, man gehe auf der Höhe der Aufgaben, als dass man gehen müsse. Dadurch habe der Vorstand genügend Zeit gehabt, um sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen könne.

Das Ehrenamt im Auftrag von 1460 Kleingärtnern in 28 Vereinen, sagt der Klötzer, sei eine Vollzeitbeschäftigung gewesen. "Manchmal konnte ich nachts nicht schlafen, weil ich nicht genau wusste, ob alles so richtig ist, wie ich es gemacht habe", erzählt er. Sein Vorgänger Kurt Sitka habe ihm mit auf den Weg gegeben, dass nicht das Kleingärtnerische das Ausschlaggebende sei, sondern die Rechtsberatung. "Am Anfang war ich da ziemlich unbedarft, weil ich mich nicht auskannte. In Gesprächen mit Rechtsanwälten habe ich mir das Wissen angeeignet. Und letzter Notnagel ist Nicole Hollerbuhl von einer Magdeburger Rechtsanwaltskanzlei, die uns mit Rat und Tat zur Seite steht", schildert Peter Jürgens. Das Schwierigste sei die Verhandlung mit einigen Verpächtern über den Pachtpreis gewesen. "Manche zeigen sich uneinsichtig, dass für die kleingärtnerische Nutzung der Parzellen nicht so viel Pacht zu zahlen ist wie für Erholungsflächen", beschreibt der Klötzer. Andere wiederum seien sofort mit dem Vorschlag des Bezirksverbandes über die Pachthöhe einverstanden gewesen.

Froh sei er auch, dass der Bestand an Waldbäumen immer geringer in den Kleingärten werde. Das sei auch ein Ergebnis des Wettbewerbes "Den besten Gärtnern auf der Spur", den der Bezirksverband nun bereits zum 19. Mal in Kooperation mit der Volksstimme auslobe. Allerdings: Solche Exoten wie eine Kanadische Wermutfichte seien schon Hingucker und sollten auch erhalten bleiben.

Und das Schönste? "Als ich nach jeder Wahlperiode in geheimer Wahl wiedergewählt wurde, und das fast einstimmig. Das hat mir gesagt, dass ich auch was richtig gemacht habe", berichtet der 73-Jährige.

Stolz erzählt er, dass er alle 28 Kleingartenvereine im Altmarkkreis Salzwedel und auch deren Vorsitzenden persönlich kennt. "Den Schlips habe ich nach der Übernahme der Aufgabe rasch abgelegt. Denn ich bin auch mit Herz und Seele Kleingärtner, auch wenn nur noch als förderndes Mitglied im ,Friedensberg` Klötze", sagt Peter Jürgens. Er habe versucht, alle Einladungen wahrzunehmen, Probleme vor Ort auch "manchmal spaßig" geklärt. "Und wenn ich mal eine Antwort auf eine Frage nicht wusste, dann habe ich sie nachgeliefert", fügt er hinzu.

Seinem Nachfolger Hartmut Daasch wird er Fragen in der Anfangszeit gern beantworten. "Allerdings werde ich nicht an Vorstandssitzungen teilnehmen. Denn ich habe den Drang, mich einzumischen, wenn etwas vielleicht nicht funktioniert. Das will ich vermeiden", merkt der 73-Jährige an.

Er freut sich darauf, jetzt mehr Zeit zu haben. Denn Urlaubsreisen mit seiner Frau Monika habe er während seiner Ehrenamtszeit stark vernachlässigt. "Wir wollen uns eine tolle Reise gönnen. Wohin, überlegen wir noch." Sein heimischer Balkon sei schon zum Wohlfühlen gestaltet - als blühende Oase. Da lassen sich auch Krimis gut lesen, die Peter Jürgens sehr mag.

Doch so ganz kann der Klötzer das Ehrenamt noch nicht lassen: Er gehört immer noch der Redaktionskommission für die Verbandszeitschrift "Der Gartenfreund" an. "Ein bisschen was für die grauen Zellen will ich noch tun", merkt er lächelnd an.