Zu einem Tag der offenen Tür empfing der Kleinauer Otto Mewes überraschend viele Besucher im Museum in der Schule. Kurz vorm geplanten Umzug führte er durch die Räume.

Kleinau l "Es ist schon erstaunlich, was Otto Mewes und seine Mitstreiter alles zusammengetragen haben, und das muss unbedingt erhalten bleiben", forderte nicht nur Helmut Scharfe aus Dessau am Sonntagnachmittag nach der Führung durch die Museumsräume in der ehemaligen Schule. Zurzeit berät der Arendseer Stadtrat über einen Umzug des Museums in einen anderen Teil des Hauses, da es im alten Teil bauliche Probleme gibt (wir berichteten).

Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke und der Vorsitzende des Sozialausschusses Thomas Schlicke hatten in ersten Gesprächen mit Otto Mewes hierzu eine annehmbare Lösung gefunden, die jedoch noch der Zustimmung des Rates bedarf. Auch nach einem Umzug ist für den Fortbestand der Sammlung Vorsorge getroffen worden. So soll Michaela Franzl Otto Mewes ehrenamtlich bei der Museumsarbeit unterstützen. Der Verein Junge Archäologen der Altmark hat sich zu einer Trägerschaft für das Museum in der Schule bereit erklärt.

Am Sonntag nutzten noch einmal sehr viele Besucher die Gelegenheit, die Exponate des Museums zu besichtigen. Obwohl Otto Mewes schon über 5000 Scherbenfunde an das Landesmuseum in Halle abgegeben hat und auch zahlreiche Exponate zum Ersten Weltkrieg an das Osterburger Heimatmuseum ausgeliehen sind, hat das Museum eine außerordentliche Vielfalt. Es sind Scherben und andere Funde von archäologischen Ausgrabungen zu sehen sowie alte landwirtschaftliche Geräte und Gegenstände aus den früheren Haushalten der Dorfbewohner bis hin zu interessanten Stücken aus der DDR-Zeit. Interessant sind auch die zahlreichen Schulutensilien, die von Schulbüchern über Gesetzessammlungen aus der Kaiserzeit bis hin zu ersten Schulbüchern nach dem 2. Weltkrieg reichen.

Otto Mewes verstand es während seiner Führungen, den Besuchern die Exponate sehr anschaulich und fesselnd näherzubringen. So hatte er zum Beispiel einen Stein der Niedergörner Kirche, auf der das gleiche Meisterzeichen zu finden war wie an der Arendseer Klosterkirche. Doch auch Interessantes zur Kleinbahngeschichte oder Grabungsfunde mit der Arbeitsgemeinschaft Junger Historiker präsentierte er.

Spannendes berichtete er auch zur Kleinauer Schule, die einmal Salvador-Allende-Schule hieß und an der er über 30 Jahre Lehrer war. Sie sei nach einem Schweinestalltyp gebaut worden. "Daher haben wir auch so lange Flure", so Mewes. "Erst waren wir ja enttäuscht, als wir hörten, dass unsere Schule nach einem Schweinestallmuster gebaut werden sollte, doch als sie fertig war, waren wir alle sehr stolz und zufrieden", erzählte er.

Auf Grund des selbst für den Veranstalter überraschend großen Besucherandrangs versprach Otto Mewes zum Abschluss seines interessanten Rundganges, nach dem Umzug wieder einen Tag der offenen Tür im Museum in der Schule anzubieten.