Für viele ist sie bereits ein fester Termin - die Naturkundliche Wanderung rund um Vienau am Karfreitag. Gestern konnten die Veranstalter um Michael Arens von der Fachgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) zur nunmehr 20. Wanderung erneut mehr als 200 Teilnehmer begrüßen.

Vienau l "Dieser Spaziergang gehört zu Ostern einfach dazu", brachte es Volker Büst auf den Punkt. Dem Vienauer stimmten sicherlich zahlreiche Teilnehmer zu, denn viele kommen bereits seit Jahren am Karfreitag in den kleinen Ort.

Michael Arens erinnerte noch einmal an die Initiativen des passionierten Naturschützers Günter Stachowiak, der auch die Osterwanderung ins Leben gerufen hatte. Vor 20Jahren seien es knapp 30Teilnehmer gewesen, davon die Hälfte Mitglieder der Naturschutzgruppe. Gestern waren es 195 Erwachsene und 60 Kinder sowie etwa ein Dutzend Hunde. Die Strecke führte zunächst an der Unteren Milde entlang zum Fledermauskeller und endete nach einem Abstecher am Weinberg auf dem Vienauer Sportplatz.

Mit dem Wetter konnte Michael Arens zufrieden sein. Verglichen mit dem Vorjahr, als die Wanderer noch über verschneite Straßen und Wege marschierten, sei es in diesem Jahr eine Steigerung um 100Prozent, stellte er mit einem zufriedenen Lächeln fest. Für die Organisation und den anschließenden Ausklang auf dem Sportplatz hatten sich die Mitglieder der Nabu-Fachgruppe mit dem Tourismusverein Kalbe, der Hegegemeinschaft Rund um den Dolchauer Berg und dem Reit- und Fahrverein Güssefeld zusammengeschlossen. Die Besucher erwartete eine knapp sechs Kilometer lange Strecke, an deren Zwischenstopps sie Interessantes über Jagd und Forstbewirtschaftung, Naturschutz und Nachhaltigkeit sowie Wissenswertes über Fledermäuse erfuhren. Jäger Steffen Fromm erinnerte sich, dass die Weidmänner 2006, als die ersten Waschbären in der Region auftauchten, noch recht überrascht waren. Inzwischen haben sich die possierlichen Tierchen enorm vermehrt und zu einer Gefahr für bedrohte Vögel entwickelt.

Eberhard Leuthold berichtete vor dem Fledermauskeller, welche verschiedenen Nahrungsquellen sich die einzigen aktiv flugfähigen Säugetiere weltweit erschlossen haben. Im Vienauer Fledermauskeller seien vor allem das Braune Langohr und die Fransenfledermaus anzutreffen.

Höhepunkt für die kleinen Wanderer war der Auftritt der Osterhasen und die Suche nach den im Wald versteckten Osternestern.

Die Andacht, die Pfarrer Hans-Christof Rösner hielt, wurde in die Wanderung integriert, da die Vienauer Kirche wegen Schwammbefalls derzeit nicht genutzt werden kann. Am Weinberg erfuhren die Wanderer, dass Vienau eigentlich Weindorf heißt, der früher dort angebaute Rebensaft jedoch ein recht herber Tropfen gewesen sein soll. Die Wanderung endete mit einem literarischen Sahnehäubchen - Katharina Bach (18) trug Johann Wolfgang Goethes Gedicht "Gefunden" vor. Und wer an den Zwischenstopps gut aufgepasst hatte, für den war das Quiz der Hegegemeinschaft Rund um den Dolchauer Berg sicher kein Problem.

   

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