Die Strandbadsaison soll am 17. Mai eröffnet werden. Doch die Luftkurort Arendsee GmbH steht vor unüberwindbaren Problemen: Der Bootsverleih ist dicht, für das Seewasser zum Betreiben von Rutsche und Wasserspielgärten muss bezahlt werden und ob der Liegestuhlverleih öffnet, ist unklar.

Arendsee l Eine Bootspartie auf dem Arendsee nach einem sonnigen Osterspaziergang: Das war der Wunsch zahlreicher Gäste am Wochenende. Doch der Verleih war geschlossen. Das soll auch so bleiben. Erstmals seit 22 Jahren, war von Bootsbauer Ulf Meyer gestern zu erfahren. Er verwies auf Differenzen mit der Geschäftsführung der Luftkurort Arendsee GmbH. Bereits im Februar habe er den Bürgermeister darüber informiert, als oberen Dienstherrn des GmbH-Chefs Michael Meyer.

Der hatte vom Rückzug Ulf Meyers noch nichts Offizielles erfahren, wie er auf Nachfrage betonte. "Nur Gerüchte", wiegelte er ab. "Mir liegt keine Vertragskündigung Meyers vor", sagte er. Er gehe davon aus, dass der Bruder den Verleih weiter führe. "Wenn nicht, weiß ich auch nicht weiter", so Meyer. "Wir als GmbH sind keinesfalls in der Lage, den Bootsverleih zu betreiben."

Norman Klebe hatte nach eigener Aussage versucht, die Wogen zu glätten. "Aber meine Vermittlungsversuche scheiterten", sagte er. Er hoffte auf eine interne Lösung innerhalb der Familie Meyer.

Ulf Meyer stehe jedoch nicht zur Verfügung. "Aber ich sehe dringenden Gesprächsbedarf, um den Gast nicht ganz um das touristische Vergnügen zu bringen", meinte Ulf Meyer.

Von der GmbH war das Problem der unkontrolliert ins Strandbad strömenden Gäste kritisiert worden, die nach einer Bootstour ohne Eintritt zu zahlen hineingelangten. Die Idee von einem Drehkreuz wurde geboren. Doch realisiert worden ist sie nicht.

Anfang des Jahres war das Problem Thema im Wirtschaftsförderungsausschuss. Passiert ist seitdem auch nichts.

Nun scheint eine Ära zu Ende: Schon zu DDR-Zeiten und auch lange davor gab es Bootsverleih auf dem Arendsee. Seit 22 Jahren schickte Ulf Meyer seine Wassertreter mit zahlenden Gästen auf ihre Touren. "Ich hatte keinen aktuellen Vertrag mit der GmbH, habe trotzdem immer pünktlich meine Pacht bezahlt", blickte er zurück. Der letzte Vertrag stamme noch aus Zeiten von Meyers Vorgänger, sei also sechs Jahre alt.

Doch die fehlenden Tretboote sind nur eins der Probleme der Luftkurort GmbH. Stichwort Wassercent: Vom Landesverwaltungsamt flatterte der GmbH unlängst eine Rechnung über 26 000 Euro ins Haus. Damit soll die Nutzung des Seewassers zum Betreiben von Riesenrutsche und Wasserspielgärten im Jahr 2012 beglichen werden. Für 2013 steht die Rechnung noch aus. "Wir haben erst einmal Widerspruch eingelegt", informierte Michael Meyer. "Wir hoffen auf eine Ermäßigung oder gar Befreiung."

Die konkreten Wassermengen seien erfasst und neu berechnet worden. "Wir sind im konstruktiven Gespräch mit dem Land", erklärte Norman Klebe.

Und zu guter Letzt - die Liste der reparaturanfälligen Anlagen der GmbH einmal außen vor gelassen - ist unklar, ob der Liegestuhlverleih am Strand öffnet. Ob es doch weitergeht und auch das Imbiss- und Badeartikelangebot in der Passage ließ Inhaber Matthias Goyer gestern offen. Es sei noch nicht entschieden.