Seit 2012 warten Anwohner und Pkw-Fahrer darauf, dass der Wirtschaftsweg zwischen Ritze und der B190 wieder freigegeben wird. Während sich die Behörden gegenseitig die Verantwortung zuschieben, droht sich nun das Zeitfenster für die Freigabe zu schließen.

Salzwedel l Die Wiederfreigabe des Wirtschaftsweges zwischen Ritze und der B190 ist eine Forderung vieler Autofahrer, aber auch Anwohner im vom Ausweichverkehr belasteten Chüden.

Doch was Stadt und Altmarkkreis seit längerem diskutieren, könnte an mangelnder Abstimmung zwischen Behörden und Bahn scheitern. Dabei klingt die angedachte Lösung eigentlich nicht kompliziert. Die Idee: Der Landkreis soll den wegen eines zu engen Bahnübergangs seit 2012 gesperrten "Bundesfeldweg" bei Ritze von der Stadt im Tausch gegen die Schillerstraße übernehmen. Nach Verhandlungen mit der Bahn, die die kreuzende Bahnstrecke Salzwedel-Stendal ab September zweigleisig ausbaut, könnte die Strecke anschließend am Bahnübergang verbreitert und zu einer Kreisstraße ausgebaut werden.

Tatsächlich sind viele Fragen ungeklärt. Zwar hätten sich die Stadt Salzwedel und der Altmarkkreis bereits auf den Straßentausch geeinigt, sagte gestern Kreisbauamtsleiter Dieter Kraus. Dabei handelt es sich bislang aber nur um eine mündliche Abmachung.

Für die Anforderungen der Planer bei der Bahn könnte das zu wenig sein. Burkhard Pott, zuständig für den Ausbau der Bahnstrecke, sagte: Sein Unternehmen habe vom Altmarkkreis zwar prinzipiell das Signal bekommen, dass ein breiterer Bahnübergang gewünscht ist. "Der Kreis muss seine Pläne aber vorantreiben, das hat er bislang nicht gemacht." Nur bis Juni/Juli habe der Landkreis dafür noch Zeit, so Pott weiter. Geschieht nichts, beginnt der Ausbau der auch als Amerikalinie bekannten Bahnstrecke ohne Verbreiterung des Bahnübergangs bei Ritze. Die Sperrung des Weges wäre damit wohl zementiert.

Dieter Kraus entgegnete gestern, seine Behörde stehe im Kontakt zur Bahn. Eine vom Unternehmen vorgeschlagene Brückenlösung lehne der Landkreis wegen exorbitant hoher Kosten ab, für kleinere Lösungen mit einer Verbreiterung auf 5,50 Meter warte man derzeit auf einen Kostenvoranschlag. "Eine Rückmeldung haben wir dazu bisher nicht bekommen, wir werden aber ein weiteres Schriftstück aufsetzen."

Selbst wenn die Abstimmung zwischen Bahn und Landkreis über die Verbreiterung des Bahnübergangs bis Juli noch gelingen sollte: Fraglich ist wegen der Trägerschaft, ob der Kreis schon jetzt überhaupt über die Umsetzung entscheiden darf. Denn der Wirtschaftsweg befindet sich derzeit - Absprachen hin oder her - noch in Hand der Stadt. Stadtsprecher Olaf Meining sagte gestern, die Stadt werde dem Landkreis den Tausch nun noch einmal in schriftlicher Form anbieten. Dem Bauamtsleiter reicht das aus. "Es gibt diese Zusage. Das ist die Grundlage für unsere Planungen", erklärte er. Kraus zufolge ist der Straßentausch für Ende 2014 geplant, das wäre drei Monate nach Fristende der Bahn. Damit tickt die Uhr für die Freigabe des "Bundesfeldwegs".