Salzwedel l Seit im Januar der zunehmende Lehrermangel an Lessing-Ganztagsschule und Jahngymnasium bekannt wurde, hat sich die Situation an den Einrichtungen kaum verbessert. Zusätzliche Stellenausschreibungen des Landes sollten Abhilfe schaffen. Doch zumindest an der Lessing-Ganztagsschule fällt das Ergebnis ernüchternd aus.

Auf drei ausgeschriebene Stellen haben sich dort ganze drei Bewerber gemeldet. "Ob sie aber geeignet sind und auch an der Schule anfangen, ist noch offen", sagt Silke Stadör, Sprecherin des Landesschulamtes. Deutlich besser sieht die Situation immerhin am Gymnasium aus. Hier haben sich um vier zusätzlich ausgeschriebene Stellen 20 Anwärter beworben.

Zum ersten Mal Totalausfälle

Ist die Zahl der Bewerber auch verschieden, so haben beide Schulen aktuell mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Die Lessingschule ist bereits mit einer Unterrichtsversorgung von nur 90 Prozent in das Schuljahr gestartet. "Inzwischen sind wir immerhin bei 95 Prozent", sagt Schulleiter Holger Lahne.

Die leichte Steigerung ändert am Grundproblem nichts: Vor allem in Mathematik und Physik, aber auch Biologie und Chemie fehlen Lehrer. Angebote im Ganztagsbereich, aber auch der Unterricht selbst fielen in diesem Jahr mehrfach ersatzlos aus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich am Gymnasium. Zwar bewegt sich die Schule mit einer Unterrichtsversorgung von offiziell 103,2 Prozent innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Die Realitäten sehen aber auch hier anders aus. Noch immer steht etwa im Fach Französisch durch den Ausfall von zwei Lehrern nur eine Lehrkraft zur Verfügung, sagt Schulleiter Rainer Aschmann. Die Folge sind häufige Lehrer- und Stundenplanwechsel sowie verkürzte Unterrichtszeiten. "Zum ersten Mal überhaupt hatten wir in diesem Jahr Totalausfälle", sagt Aschmann. Bei einer so knappen personellen Besetzung wie derzeit könne die Schule zusätzliche Ausfälle etwa durch Projekte und Klassenfahrten einfach nicht mehr kompensieren.

Kein Sportlehrer ist jünger als 52 Jahre

An beiden Schulen gibt es in den nächsten Jahren großen Bedarf an Nachwuchskräften: Allein am Gymnasium scheiden in diesem Jahr vier Kollegen aus. Im nächsten Jahr sind es zwei. Wie problematisch die Situation werden könnte, sollten sich nicht genug Lehrer finden, zeigt ein Blick auf das Alter der Sportlehrer. Die jüngste von 5 Kollegen ist 52. Alle anderen sind älter als 55 Jahre.

Der Lehrermangel ist nicht auf Salzwedel beschränkt. Wegen der immer offensichtlicher werdenden Probleme an den Schulen des Landes hatte sich die Regierung erst im März auf die zusätzliche Einstellung von 150 Lehrern geeinigt und damit die Sparpläne des Finanzministeriums durchkreuzt. In der Altmark kommt allerdings hinzu, dass die Region unter Bewerbern nicht als sonderlich attraktiv gilt.