Zahlen l Spannung gestern Vormittag im Haus Zühlen der JuLe (Junges Leben) GmbH und Co KG. Fast feierlich nehmen die 24-jährige Kyra Sprotte und der 17-jährige Jan Böhme die Kugelschreiber zur Hand und unterschreiben ihre Ausbildungsverträge. Aufmerksam schaut Ronald Krüger, pädagogischer Leiter der JuLe, ihnen zu. "Es ist für uns ein echter Glücksgriff, junge Leute aus der Region für den Erzieherberuf zu gewinnen und auszubilden", erklärt er.

"Jetzt habe ich die Möglichkeit, mir den Traum vom Erzieherberuf zu erfüllen.
" - Kyra Sprotte

Ab 1. August beginnt die dreijährige duale Fachausbildung der beiden Neueinsteiger. Das theoretische Wissen erwerben sie im Bodelschwingh-Haus in Wolmirstedt. "Und die Praxis lernen sie bei uns, Kyra im Haus Thielbeer bei den Jungs zwischen 8 und 14 Jahren und Jan hier in Zühlen bei den etwas Älteren, aber alle mit ADHS", so Krüger, (ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). "Für unser Haus in Recklingen suchen wir noch einen Auszubildenden", sagt er.

Nach drei Jahren folge ein Anerkennungsjahr, dann gebe es das Abschluss-Zertifikat.

"Wie die anderen neun unter meiner Regie Ausgebildeten auch haben sie dann die Chance, hier zu arbeiten", ergänzt Krüger. Sieben haben bisher davon auch Gebrauch gemacht.

Kyra Sprotte aus Arendsee hat bereits einen Beruf: Sie arbeitete sechs Jahre in Hannover als zahnmedizinische Fachangestellte. "Aber schon in der Schule hatte ich die Idee, mit Kindern zu arbeiten", erzählte sie. Doch damals wollte sie unbedingt in die Großstadt und entschied sich anders. "Jetzt habe ich die Möglichkeit, mir den Traum vom Erzieherberuf doch noch zu erfüllen", sagt sie. "Ich will noch einmal ganz neu starten."

Lieber Erzieher als Altenpfleger

Dass es ihr bei der JuLe gefällt, hat sie bei einem Praktikum herausgefunden. Mit dem Team war sie auch im Skiurlaub. "Allerdings habe ich mir das Bein gebrochen", erzählt sie. Das schränke sie zurzeit in ihrer Beweglichkeit ein. Ansonsten sei ihr Hobby das Tanzen. In Salzwedel habe sie das in der Tanzschule Müller betrieben.

Jan Böhme aus Leppin schließt in Kürze seine Erstausbildung zum Sozialassistenten an der Fachhochschule in Stendal ab. "Ich habe dabei herausgefunden, dass ich viel lieber als Erzieher statt als Altenpfleger arbeiten möchte", betont er. Dafür habe er sich nach den zahlreichen Praktika in Kindertagesstätten, dem Altenpflegeheim und im Kinderheim Zühlen entschieden. "Mir macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß", ist er sicher.

Sein Hobby sei die Musik. Er spielt in zwei Bands und probt in Salzwedel und in Zühlen. Sein Stil sei Hardcore. "Hier auf dem Hof ist ein super Probenraum, das passt!" Das Gitarrespielen habe er während seiner Sekundarschulzeit in Arendsee erlernt.