Thomas Nothnagel vom Förderverein Kloster Arendsee ist sauer: Seit Monaten stehen die Sommertheatertermine fest und im Veranstaltungskalender der Stadt. Trotzdem orderte die Luftkurort GmbH ein Opern-Event für 31. Juli. Singt dann "Nabuccos" Gefangenenchor zum "Besuch der alten Dame"?

Arendsee l "Wir haben Kontakt mit dem Theater der Altmark in Stendal aufgenommen, um die lange geplante Vorstellung vom Abend auf den Nachmittag vorzuverlegen", erklärte Vorsitzender Thomas Nothnagel vom Förderverein Kloster Arendsee gestern auf Nachfrage der Volksstimme. "Ausfallen lassen können wir sie nicht, da der Vereins sonst möglicherweise Vertragsstrafe zahlen müsste", machte er deutlich.

Er habe vor knapp einer Woche eigentlich per Zufall von der Terminüberschneidung erfahren: Am Donnerstag, 31. Juli, der sechsten von neun Aufführungen der Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" durch das TdA im Kloster, soll es auf der Bleiche zeitgleich eine Operngala mit Verdis "Nabucco" geben (wir berichteten) - organisiert von Bürgermeister Norman Klebe, mit der Veranstaltungsagentur vertraglich vereinbart durch Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort GmbH.

Als die Volksstimme den Termine am 9. Mai verkündete, stutzte lediglich Vereinsmitarbeiterin Rica Meise. "Das kann doch nicht möglich sein", fragte sie verwundert. Auf Nachfrage bei der Stadt und bei der GmbH hieß es: Die Opernleute störe das Theater nicht. Und sowohl Klebe als auch Meyer schoben dem jeweils anderen die Verantwortung zu.

"Bei einer Theatervorstellung stört sehr wohl, wenn Musik über den See schallt", betonte Nothnagel. Das habe sich bei Rockkonzerten auf dem Wasser gezeigt. "Es kann doch nicht sein, dass wir Monate im Vorfeld Termine vereinbaren und im Veranstaltungskalender mit der Tourist Information abstimmen und festschreiben, um sie dann unüberlegt über den Haufen werfen zu lassen", machte er seinem Ärger Luft.

Da weder Klebe noch Meyer Handlungsbedarf sahen, müsse nun der Verein eine Lösung finden. "Einerseits werden wir als Aushängeschild benutzt, andererseits anscheinend negiert und im Stich gelassen", brachte er das Problem auf den Punkt.