20 Dörfer aus dem Altmarkkreis Salzwedel beteiligen sich am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Am Montag besichtigten die Juroren die Ortschaften Pretzier, Brietz und Chüttlitz.

Chüttlitz l "Es macht mir einfach Spaß", sagte Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler, als er am Montag den Tross von Juroren durch Chüttlitz und Brietz führte. Die Freude war ihm anzumerken, aber auch ein wenig Anspannung angesichts eines straffen Zeitplanes, um Facetten für alle Bewertungskriterien aufzuzeigen. Kappler ist überzeugt, dass Chüttlitz und Brietz Zukunft haben. "Die Einwohnerzahlen haben sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt", begründete er stolz.

Vertreter des Chores, der Feuerwehren und des Seniorenklubs waren beim Rundgang zugegen. Und sie lobten gleichermaßen, dass es in Chüttlitz und Brietz keine Cliquenwirtschaft gebe. "Wir vom Frauenchor engagieren uns doll für das Dorf, auch zusammen mit der Feuerwehr", erzählte Renate Schmidt. Das aktive Dorfleben, das aus der Gemeinschaft heraus erwächst, könne beim Wettbewerb nun ruhig auch mal gezeigt werden. Einen Auftritt des Chores gab es nicht, bedauerten die Chüttlitzer selbst. Aber die meisten Mitglieder sind berufstätig und waren daher verhindert.

"Ich bin in Brietz aufgewachsen. Wer verlässt schon gern eine Scholle, die er kennt", fragte Wehrleiter Sven Liebich rhetorisch. Von der Wettbewerbsteilnahme erhofft er sich für das Dorf, "dass wir wieder ein paar Mittel kriegen und ein bisschen zur Bekanntheit beitragen". Denn die wenigsten wüssten, was in den Nachbarorten gelebt wird. Was sein Heimatdorf auszeichnet? "Dass es zänkisches Gehabe nicht gibt."

Von der Idylle ließen sich auch die Juroren beeindrucken - nicht nur beim Vortrag von Dieter Leupold über das Natur-erlebnis Brietzer Teiche oder durch die Bilder von Ute Schuldes aus Chüttlitz, sondern auch beim Rundgang, der Besuche bei Einwohnern wie Künstlerin Dörte Wernecke und bei einer ortsansässigen Firma beinhaltete.

Für die Bewertungskommission wird der Kreiswettbewerb sicher kein einfaches Unterfangen. 20 Orte beteiligen sich, darunter auch die Künstlerstadt Kalbe und die im vorigen Jahr erfolgreiche Ortschaft Tylsen. "Unter Umständen entscheidet sich der Sieg hinter dem Komma", sagte Roswitha Koerlin als Leiterin der Kommission.

Sie hofft, dass der Altmarkkreis aufgrund der großen Zahl an Teilnehmern vielleicht zwei Ortschaften für den Landeswettbewerb anmelden darf. Zur Bewertungskommission gehören Heike Winkelmann, Dagmar Jakob, Gabriele Arnold, Stefanie Eckardt, Simone Dräger, Henning Kipp und Lothar Köppe.

Bewertungskriterien sind Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziales und kulturelles Leben, Baugestaltung und Entwicklung, Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft sowie das Gesamtbild.