16 Jugendfeuerwehrleute, 24 Stunden Dienst und 5 Übungseinsätze - der Salzwedeler Brandbekämpfernachwuchs erlebte, wie die Kameraden bei der Berufsfeuerwehr arbeiten.

Salzwedel l Im Schlafsaal ist Ruhe eingekehrt. Wer von den Mädchen und Jungen der Salzwedeler Jugendfeuerwehr noch nicht ins Reich der Träume entschwunden ist, steht kurz davor. Plötzlich ein lautes Piepen. Der Alarmmelder reißt die junge Truppe aus den Betten. Zwei Angler werden vermisst.

15 Nachwuchsbrandschützer treten kurz nach 23.30 Uhr im Gerätehaus an. Sie absolvieren seit 18 Uhr einen 24-Stunden-Dienst und haben bereits einen Einsatz hinter sich. Doch die Müdigkeit ist bei den Jugendlichen durch den steigenden Adrenalinspiegel verflogen. Sie bekommen die Lage erläutert und dann geht die Suche los.

Ein Schlauchboot wird am Umspannwerk in Richtung Sie-nau zu Wasser gelassen. Vier Kameraden suchen von "Seeseite" aus nach Vermissten. Elf weitere durchkämmen den Uferbereich. Nur mit Taschenlampen und Wärmebildkamera sucht der Feuerwehrnachwuchs die Jeetzeufer ab. Selbst die Jüngsten, gerade zehn Jahre alt, marschieren ohne Furcht durch die Dunkelheit.

Kurz vor der Brücke an der Brückenstraße stößt der Suchtrupp auf den ersten Fund. Gummistiefel, Klappstuhl, Angel - aber weit und breit keine Angler. Also geht es weiter an der Rückseite des Getränkehandels und des Freizeitcenters vorbei. An der Jeetzegabelung vor der Altperverstraße kommt endlich die erlösende Nachricht. Auf dem Display der Wärmebildkamera sind zwei Personen zu sehen, die auf der Spitze der kleinen Halbinsel sitzen. Nun müssen die beiden Petrijünger nur noch an das richtige Ufer gebracht werden.

Bei einem Angler ist die Rettung kein Problem. Er steigt einfach ins Boot ein und schippert in Richtung Parkplatz Chüdenwall. Doch seine Begleitung kann nicht laufen und muss mit einer Trage über den Fluss transportiert werden. Das dauert etwas länger, wird aber dennoch von den jungen Brandbekämpfern gemeistert. Gegen 2 Uhr liegen alle wieder im Bett. Doch die Ruhe währt nicht lang.

Um 7 Uhr geht die Alarmierung für den dritten Einsatz ein, und bis zum Abend folgen Nummer 4 und 5. Innerhalb von 24 Stunden muss die Jugendfeuerwehr zu fünf Übungen ausrücken. "Die Kinder und Jugendlichen sollten einmal miterleben, wie der Tagesablauf bei einer Berufsfeuerwehr sein kann", erklärt Christian Dauenheimer, der gemeinsam mit Thomas Trittel den Tag maßgeblich organisiert hat. Neben dem Training an der Feuerwehrtechnik standen für den Brandbekämpfernachwuchs auch theoretische Ausbildung und Fahrzeugpflege auf dem Programm.

Diese umfassende und anschauliche Form der Ausbildung gab es bei der Jugendfeuerwehr Salzwedel zum ersten Mal. Es sind aber weitere Auflagen geplant, da es neben dem Erkenntnisgewinn jede Menge Spaß gebracht hat.

   

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