Salzwedel l Auch wenn es anders sein sollte: Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen hinschauen, wenn andere in Gefahr geraten, selbst wenn die Betroffenen Kinder sind. Ina Kuhnt aus Kuhfelde hat hingeschaut und damit ein fünfjähriges Mädchen in Salzwedel möglicherweise vor Schlimmerem bewahrt. Dafür hat sie gestern ein Dankeschön von der Polizei und einen Blumenstrauß bekommen.

Rückblick: Am vergangenen Donnerstag gegen 19 Uhr will Ina Kuhnt mit ihrem Auto eigentlich nur auf den Parkplatz des Vita-Seniorenheims fahren, als ihr ein kleines Mädchen auf dem Bürgersteig auffällt. "Es war allein und hat doll geweint", erzählt Kuhnt. Die 43-Jährige denkt nicht lange nach, spricht das Mädchen an. Schnell stellt sich heraus, das Kind hat sich verirrt. Das Fahrrad, das es neben sich herschiebt, ist kaputt. Ina Kuhnt fragt nach dem Wohnort, doch ein gemeinsamer Versuch das Elternhaus zu finden scheitert. Dann ruft die Kuhfelderin die Polizei an. Die Reaktion am anderen Ende der Leitung ist eindeutig: "Gott sei Dank, wir haben sie!" Was Kuhnt zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Ein Großaufgebot der Feuerwehr sucht bereits nach dem Mädchen. Nachdem ihr Bruder es gegen 17 Uhr als vermisst gemeldet hatte, sind sogar ein Hubschrauber und ein Fährtenhund geordert. Doch all das ist nicht mehr nötig, dank des Anrufs von Ina Kuhnt. Wenige Minuten später kann die Polizei das Mädchen den Eltern übergeben. Ein glückliches Ende. Revierleiter Sven Meinecke ist entsprechend froh. "Wer weiß, was passiert wäre, wenn es dunkel geworden wäre", sagt er. Er wisse nicht wie viele Leute an dem Mädchen vorbeigegangen sind, fügt Meinecke hinzu, als er der Helferin die Blumen überreicht. "Aber es macht Mut, dass es noch Menschen gibt, die hinschauen."