Henningen l Yvonne Schulz ist glücklich mit der Grundschule ihrer Jüngsten. "Meine Kinder waren immer sehr zufrieden in Henningen", erzählt die mehrfache Mutter am Sonnabendvormittag vor der Einrichtung. Zwei ihrer Kinder besuchen die Schule derzeit. "Eins soll noch nachrücken", sagt die Barnebeckerin. Ganze drei Kilometer sind es derzeit von zu Hause bis zum Unterricht. Würde die Schule wie vom Landkreis empfohlen nach 2019 dicht machen, wären es plötzlich 16 Kilometer.

Das Ziel, die Henninger Schule auch langfristig zu sichern, war dann auch eines der wichtigsten Motive für die Einladung zum ersten Tag der offenen Tür am Sonnabendvormittag. In den Räumen von Schulgebäude, Hort und Turnhalle nutzten Dutzende Eltern und Angehörige das Angebot, mit den Lehrerinnen und Schulleiter Falko Pabst ins Gespräch zu kommen.

Nach einem musikalischen Eröffnungsprogramm konnten sich Eltern und Kinder unter Anleitung von Lehrerin Bärbel Schulz etwa beim Trommeln und dem Musizieren mit dem Didgeridoo ausprobieren. Kathrin Brumm bot Werkarbeiten mit der Laubsäge an. Und Sandra Weber hatte mehrere große Eimer mit Tümpelwasser in die Schule gebracht, aus denen die Kinder Insektenlarven sowie kleine Fische und Lurche angeln durften.

Weitere Attraktionen waren ein Go-Kart-Parcours der Deutschen Verkehrswacht, Spiele im Computerpool, Hockey in der Turnhalle sowie ein großes Kuchenbuffet, das die Eltern eigens für den Tag der offenen Tür vorbereitet hatten.

Falko Pabst zog ein positives Fazit der Premiere. "Für eine kleine Dorfschule ist der Tag sehr gut besucht", sagte er. Wichtig sei ihm, dass die Eltern aufmerksam auf die Schule geworden sind. "Und dieses Ziel haben wir erreicht, denke ich", so der Schulleiter.

100 Unterschriften bis Sonnabendmittag

Am Rande der Veranstaltung sammelten Mitglieder einer im Mai gegründeten Elterninitiative Unterschriften zum Erhalt der Henninger Grundschule (siehe Infokasten).

"Wir fordern, dass bis 2019 keine Entscheidungen zur Stilllegung der Grundschule und keine die Stilllegung erzwingenden Vorabentscheidungen getroffen werden", lautete einer der zentralen Punkte der Aktion.

"Seit Mittwoch liegen die Listen in den Dörfern und im Stadtgebiet aus", erklärte Nina Lüskow von der Elterninitiative. Bis Sonnabendmittag hatten die Initiatoren rund 100 Unterschriften gesammelt. Die Elterninitiative, die derzeit aus elf Mitgliedern besteht, hat sich nach ihrer Gründung erstmals am 4. Juni getroffen.

Nach einem zweiten Treffen in der vergangenen Woche soll es am 25. Juni die dritte Zusammenkunft geben. Wie genau die Eltern für den Erhalt der Henninger Grundschule kämpfen wollen, darüber stimme man sich derzeit noch ab, sagte Nina Lüskow. Tobias Schindler ergänzte, in jedem Fall werde sich die Initiative bemühen, Politiker auf lokaler und auf Landesebene in das Ziel einzubinden. "Schließlich wollen die ja auch wiedergewählt werden", sagte der mehrfache Vater.

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