Salzwedel l "Es geht um eine Gleichbehandlung", sagte gestern Jens Schütte als Chef des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA). Schon seit zwei Jahrzehnten zahlen Städter für die Ableitung und Behandlung des Niederschlagswassers Geld. Grundstückseigentümer in den Dörfern des Verbandsgebietes seien von diesen Kosten bislang verschont geblieben. Doch das soll sich ändern. Ab dem 1.Januar 2015 sollen auch sie dafür bezahlen. Die ersten Rechnungen werden voraussichtlich 2016 verschickt.

Dabei macht Jens Schütte klar: "Betroffen sind Eigentümer, die Niederschlagswasser in Mischwasserkanäle mit anschließender Behandlung einleiten." Ausgenommen sind also Regenwasser- und Bürgermeisterkanäle.

In der nächsten Woche werden zirka 1250Grundstückseigentümer Post vom beauftragten Ingenieurbüro "WST" erhalten - samt Luftbild vom Grundstück und Erfassungsbogen. Der Kunde soll auf diesem Weg Auskunft darüber geben, von welchen Flächen Regenwasser in die betroffenen Kanäle eingeleitet wird. Denn das kann der VKWA nur ver- muten.

"Wir wollen das Wasser nicht haben." - Jens Schütte, Geschäftsführer des VKWA

"Nach und nach, je nachdem wie es unsere Arbeitszeit zulässt, werden wir die Angaben auch prüfen", kündigte Jens Schütte auf Nachfrage an. Ein Anschlusszwang bestehe nicht, sagte er, "wir wollen das Wasser nicht haben". Denn schließlich sind mit der Behandlung auch Kosten für den VKWA verbunden.

Grundstückseigentümer haben also die Möglichkeit, in den nächsten Monaten umzurüsten und das Regenwasser, das auf ihren Grundstücken auf abflusswirksamen Flächen anfällt, anderweitig zu versickern. Wenn jemand umbauen möchte, sollte er das dem Verband mitteilen, um von den Kosten befreit zu werden. Das ist auch nach der Einführung des Tarifs in den Dörfern möglich.

Um Fragen zu beantworten, bieten die Mitarbeiter am Dienstag, 1.Juli, einen Sprechtag an. In der Zeit von 13bis 18Uhr sind Betroffene dort willkommen.

Ziel des Projektes ist die Beteiligung aller Einleiter von Niederschlagswasser an den Kosten der Ableitung und Behandlung und damit eine Verteilung der vorhandenen Kosten auf "breitere Schultern", wie Jens Schütte erklärte. Und wer sich darüber aufregen wolle, der solle zuvor einmal durchrechnen, wieviel Geld er in den vergangenen 24 Jahren gespart hat.

Bevor der neue Tarif gilt, wird die Verbandsversammlung darüber entscheiden müssen.

Im nächsten Jahr soll dann auch die Stadt Salzwedel komplett überprüft und aktualisiert werden.