Das Grüne A soll die neue Marke für die gesamte Altmark werden. Doch viele Gemeinden ziehen nicht mit. Irritationen gibt es im Tourismus-Bereich. Eine Idee für mehr Akzeptanz: Die Bürger können eigene Projekte einbringen.

Stendal l Wie geht es weiter mit der neuen Marke "Altmark - Grüne Wiese mit Zukunft"? Das Budget der Kampagne ist aufgebraucht, die künftige Zuständigkeit noch nicht geklärt. Eine Entscheidung darüber wird noch Monate dauern.

"Jetzt müssen die Altmärker ihre Marke mit Leben füllen", sagt Anna-Lena Band von der Agentur boy. Ein Workshop am Donnerstag in Stendal sollte weiterhelfen. Am Ende standen neue Projekte und ein klares Problem.

Das Grüne A irritiert Touristiker

Einige der Teilnehmer fühlen sich nicht ausreichend informiert. So gibt es bei den Tourismusexperten Irritationen. Soll das neue Logo den Schmetterling des Tourismusverbandes ersetzen? Den Mitarbeitern fehlen Regeln in Layoutfragen. Dahinter steht auch ein Konflikt um die zukünftige Zuständigkeit für das Altmark-Marketing.

Von vielen Verantwortlichen wird der Vorschlag favorisiert, dass für die Aufgabe Regionalverein und Tourismusverband fusionieren sollen. "So können Doppelstrukturen vermieden werden", sagt Jörg Hellmuth, Vorsitzender des Regionalvereines. Der erste Schritt ist gemacht. Die Mitglieder haben den Vorstand beauftragt, einen Vorschlag für die Fusion zu erarbeiten. So weit ist man beim Tourismusverband noch nicht. Frühestens Ende des Jahres könnten die Mitglieder über eine mögliche Fusion abstimmen, so Geschäftsführerin Mandy Hodum.

Kommunen ziehen (noch) nicht mit

Auch auf kommunaler Ebene ist das Projekt noch nicht angekommen. Mit dem A will die Altmark nach innen und nach außen werben, aber auf den Internetseiten fast aller altmärkischer Städte und Gemeinden sucht man das Logo vergeblich.

"Wir haben uns nicht richtig eingebunden gefühlt", sagt Salzwedels Sprecher Olaf Meining. "Das ist Quatsch", findet Klötzes Bürgermeister Matthias Mann. "Jeder hatte die Möglichkeiten, sich einzubringen oder seine Meinung zu sagen", findet er. Das Konzept sei bekannt und in zahlreichen Sitzungen Thema gewesen.

Logo wird von Städten kaum genutzt

Die meisten der Befragten größeren Städte wollen das Logo bald verlinken. "Der Vertrag ist abgeschickt", sagte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und auch weitere Stadt-Chefs, wie Matthias Mann, Rudolf Opitz (Tangermünde) und Detlef Neumann (Seehausen), äußerten sich positiv.

Wie schnell die Verlinkung gehen kann, zeigt das Beispiel Stendal. Wenige Stunden nach dem Hinweis der Volksstimme war das Logo schon hochgeladen. "Wir sind auf jeden Fall auf der Seite der Marketingaktion. Das ist ein wenig aus dem Blick geraten", begründete Stendals Stadtsprecher Klaus Ortmann.

Die Stadt Arendsee wird sich dagegen wohl quer stellen. "Wir haben uns im Vorfeld sehr deutlich geäußert", sagte Bürgermeister Norman Klebe. Er hatte den Slogan mit der Begründung abgelehnt, dass er sich bei "Grüner Wiese" an einen Friedhof erinnert fühle. Klebe will allerdings abwarten, wie sich der neue Stadtrat zu dem Thema positioniert.

Workshop-Teilnehmer mit vielen Ideen

Abseits dieser Konflikte ließen sich die meisten der Workshop-Teilnehmer von Kommunen, Verbänden, Firmen und Institutionen begeistern, entwickelten viele Ideen und meldeten sich dafür als Freiwillige.

Mit Schablonen könnte das Logo auf verschiedene Gegenstände - beispielsweise auf Äpfel - geprägt werden. Hoteliers könnten sich für ihre Gäste ganz besondere Geschenke ausdenken, findet André Stallbaum vom Stendaler Scheunenladen.

Die Internetadresse (www.grüne-wiese.altmark.eu) diente bislang nur zur Präsentation und soll jetzt mit Inhalten gefüllt werden.

Die Plakatkampagne soll von den Menschen erweitert werden. Ein Vorschlag: Wörter mit dem Anfangsbuchtaben A finden und dazu schöne Motive aus der Region finden. Zum Beispiel: "Abfeiern" und dazu junge Menschen in einer Disko zeigen. Eine schöne Aufgabe für Schulen, findet Mandy Zepig von der Stadt Gardelegen.

Eine Gruppe will einen Vorfilm fürs Kino entwickeln, beziehungsweise erst einmal die Möglichkeit dafür prüfen. Das Salzwedeler Café Kruse hat bereits eine Altmark-Torte entworfen. Passend zur Kampagne mit grünem Wackelpudding.

Und zahlreiche Teilnehmer wollen sich auf Sponsorensuche machen. Denn die bislang in das Gesamtpaket gesteckten 360000 Euro sind aufgebraucht.

"So einen Schulterschluss von zwei Landkreisen hat es noch nicht gegeben", betonte Stefan Korneck von den Wirtschaftsjunioren die Einmaligkeit des Projekts. Für ihn ist das Marketing ein Schlüssel, um die Region bundesweit bekannt zu machen. Und es soll helfen, regionale Produkte in Zeiten von amazon und ebay zu stärken.

Wer sich für die Projekte interessiert, kann sich an Gerhard Faller-Walzer unter g.fallerwal@altmark.eu oder 03931/258099 wenden. Dort bekommen Interessenten auch die Dateien für die Internet-Verlinkung.

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