Von Fabian Laaß

Salzwedel l Weil er einen Polizisten nach einer Kneipennacht mehrfach beleidigt haben soll, musste sich ein Hansestädter vor dem Salzwedeler Amtsgericht verantworten. Der dreifache Familienvater hatte mit einem Bekannten am 2. Februar dieses Jahres in einer Kneipe im Nordbockhorn gefeiert. Nachdem es dort zu einer Schlägerei gekommen war und die Polizei verständigt wurde, wollten beide gegen 5.15 Uhr nach Hause gehen.

"Wir haben gesehen, wie die Polizisten sehr aggressiv mit einem an der Schlägerei beteiligten jungen Mann umgegangen sind. Mein Bekannter hat dann etwas gesagt. Ich war ruhig", erklärte der Salzwedeler und warf dem Polizisten vor, ihn als Sündenbock herhalten zu lassen, da sein Bekannter aus dem Streifenwagen geflohen sei.

Der als Zeuge geladene Polizist schilderte den Abend ganz anders: "Nicht nur der Bekannte des Angeklagten hat uns beleidigt. Beide haben sich abgewechselt." Dabei seien unter anderem die Sätze "Ihr seid zu blöd, um Straftaten zu verhindern und schreibt lieber welche auf" und "Typisch Bullen, bei Unschuldigen traut ihr euch" gefallen.

So etwas habe er auf keinen Fall gesagt, erwiderte der Angeklagte, der in besagter Nacht einen Atemalkoholgehalt von 1,4 Promille aufwies. "Sie waren ja ganz schön betrunken. Sind Sie sich sicher, dass Sie sich an alles erinnern?", fragte Amtsrichter Klaus Hüttermann. Er bleibe bei seiner Aussage, auch wenn das bedeute, dass er dem Polizisten eine Straftat vorwerfe, sagte der Angeklagte.

Da weder Schuld noch Unschuld eindeutig zu belegen waren, schlug der Richter die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 500 Euro an das Salzwedeler Tierheim vor. Staatsanwältin und Verteidigung stimmten zu.