Perfektes Wetter, um Glühwürmchen zu beobachten, gab es am Sonnabendabend in Vienau. Die Naturschutzgruppe hatte zu ihrer beliebten Wanderung eingeladen.

Vienau l Als die ersten Regentropfen einsetzten, begannen die ersten Besucher zu zweifeln: Würden sie bei dem Wetter heute Glühwürmchen sehen? Michael Arens und Ruth Schwarzer machten ihnen Hoffnung. Der Wald würde kaum Regen durchlassen, und die Glühwürmchen bevorzugen einen feuchten Lebensraum. "Wir hatten schon schlechteres Wetter und trotzdem immer Glück", sagte Arens.

Die Vienauer Fachgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) hatte am Sonnabend wieder zu ihrer allseits beliebten Glühwürmchenwanderung eingeladen. Etwa 70 große und kleine Besucher hatten sich am Sportplatz eingefunden. Dort gab es zunächst eine Stärkung mit Stockbrot über dem Lagerfeuer. Die Band des Güssefelder Reiterhofes sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Dann hieß es für die Kinder, eine Karte zu suchen, die den Weg zu einer Schatzkiste zeigte. Während die Gruppe mit der Suche beschäftigt war, berichtete Kräuterfrau Ruth Schwarzer aus Kalbe über die Heilwirkung von Pflanzen. Anlässlich des Wetters hatte sie sich die Mückenplage als einführendes Beispiel genommen. Bei einem Stich helfe Spitzwegerich. Einmal auf einer juckenden oder blutenden Stelle auf der Haut verteilt, lindert er die Schmerzen und wirkt wie ein natürliches Pflaster.

Nach wenigen Minuten war die Karte schnell gefunden, und die Besucher waren froh, dass sie endlich in den angrenzenden Wald aufbrechen konnten. Geschützt durch das dichte Blätterdach, konnten sie so dem Regen für eine Weile entkommen.

Und die Glühwürmchen ließen nicht lange auf sich warten. Bereits nach wenigen Metern die ersten einzelnen Lichtpunkte über der Erde. Immer wieder ermahnte Ruth Schwarzer, die Taschenlampen zumindest für den Hinweg auszuschalten, um die Leuchtkäfer nicht zu vertreiben.

Warum die Tiere glühen, hatte Michael Arens zuvor in einer kurzen Ansprache erklärt. Denn eigentlich handelt es sich nicht um Würmer, sondern um Käfer, die am Bauch über einen Leuchtkörper verfügen. Glühwürmchen leuchten zur Paarungszeit zwischen Juni und Juli, um Partner zur Fortpflanzung anzulocken. Die Insekten sind nur mit Einsetzen der Dämmerung auszumachen, da sie tagsüber nicht hell genug leuchten können.

Ein Gorilla im Wald

Immer wieder blieben die Wandergäste staunend stehen, um die tanzenden Punkte zu beobachten. Schrecksekunden gab es, als plötzlich ein Gorilla hinter dem Baum hervorsprang und sich ein Busch bewegte. Das sorgte besonders bei den Kindern für einen kurzen Aufschrei. Doch schnell wich der Schock einem Lachen. Die kleinen Spaßeinlagen hatte sich der Reiterhof Dammkrug ausgedacht. Nach etwa 20 Minuten, als der Wald sich lichtete, hatten die Kinder das Ziel von der Schatzkarte erreicht. Sie schnappten sich die Taschenlampen und begannen, nach der versteckten Metallkiste zu suchen. Nach einigem Hin und Her wurde sie aus einem Gebüsch hervorgezogen. Michael Arens öffnete den Deckel und verteilte lauter kleine Geschenke.

Nun war es fast komplett dunkel. Der Rückweg ließ sich nur noch mit Mühe ausmachen. An der letzten Kreuzung blieb die Gruppe noch einmal stehen. Plötzlich tanzten unzählige leuchtende Punkte am Wegesrand hin und her. Viele Teilnehmer bedauerten, das Schauspiel nicht mit der Kamera festhalten zu können. Zu schwach ist das Licht für die gebrauchsübliche Linse.

Und so teilte sich die Besuchergruppe. Ein Teil verweilte noch bei den Käfern, der andere machte sich auf den Heimweg oder sang noch ein paar Lieder zum Klang der Gitarre auf dem Sportplatz.

Fachgruppenleiter Michael Arens zeigte sich über die Resonanz und den Verlauf des Abends zufrieden. Die nächste Veranstaltung der Vienauer Naturschutzgruppe findet im Oktober statt. Dann lockt wieder die Pilzausstellung ins Landhotel nach Mehrin.

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