Der Kleingartenwettbewerb startet in eine neue Runde. Unter dem Motto "Den besten Gärtnern auf der Spur" sahen sich am Sonnabend die Mitglieder der Bewertungskommission in den ersten Vereinen um.

Salzwedel l Ein Rosengarten wie aus dem Bilderbuch, dahinter Beete mit Obst und Gemüse und ein makellos gepflegter Rasen: Wenn man durch das Blättertor das Reich von Gudrun Haupt betritt, geht einem das Herz auf. Gekrönt wird der Besuch noch durch ihr strahlendes Gesicht und ein geflötetes "Guten Morgen". Die Rentnerin hat sich voll und ganz der Gartenarbeit verschrieben.

Ihre Parzelle im Kleingartenverein Vogelsang bewirtschaftet sie fast ganz allein. Dementsprechend stolz ist Gudrun Haupt, als sie der Bewertungskommission am Sonnabendmorgen ihr Werk präsentieren kann.

Den drei Juroren entgeht nichts. Mit geschulten Blick schauen sie sich um und bewerten das Gelände. Sie müssen Punkte verteilen nach den Kriterien wie Ordnung und Sauberkeit, Nutzung für Obst- und Gemüseanbau sowie die Bebauung des Grundstücks und den Zustand der Lauben und Zäune. Während sich Elke Grigartzik vom Chüttlitzer Verein Flögsand, Manuela Jacobs vom Arendseer Verein Morgenland und Peter Jürgens vom Verein Friedensberg in Klötze umsehen, holt sich Gudrun Haupt Rat von Bezirksverbandsvorsitzenden Hartmut Daasch. Er begleitet an diesem Tag die Jury auf ihrer Tour durch die Kleingartenvereine.

Wildes Gras wuchere stellenweise auf ihrem Rasen, berichtet die Hobbygärtnerin. Doch mit der Chemiekeule will sie auf keinen Fall ran. Denn sie setzt auf biologischen Anbau. Hartmut Daasch rät ihr, die Stellen mit Kalk zu bearbeiten. Ja, Kalk sei eine gute Lösung, zeigt sich Gudrun Haupt zufrieden.

Nach zehn Minuten ziehen die Juroren weiter. Sie begutachten den Zustand der gesamten Anlage. Abzüge gibt es beispielsweise für zu große Hecken und Pools oder einen hohen Waldbaumbestand. Uwe Rosenkranz, Vorsitzender des Vereins Vogelsang, führt die Jury herum, zeigt besonders schöne Gärten, verweist aber auch auf die "schwarzen Schafe". Immer wieder gebe es Pächter, die ihre Gärten nicht in Ordnung halten und die Vereinssatzung ignorieren. In einem Fall wurde sogar schon der Strom abgestellt, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden. Aber solange der Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Pächter laufe, könne man nichts machen, klagte Rosenkranz.

Hartmut Daasch schlägt vor, Verträge für neue Pächter zunächst auf ein Jahr zu befristen. So könne der Vorstand schneller auf Probleme reagieren. Uwe Rosenkranz nimmt den Tipp dankbar an. Viel zu meckern haben die Juroren am Sonnabend nicht. Probleme, wie sie im Vogelsang auftreten, gebe es auch in anderen Vereinen, beruhigt Hartmut Daasch den Vorsitzenden.

Die Kommission sieht sich am Sonnabend noch drei weitere Anlagen in Salzwedel an: Morgensonne, Hilgenholz und Kampstücke. Bis zum Ende des Monats sind Mitglieder des Bezirksverbandes im Altmarkkreis unterwegs, um einzelne Gärten und Vereine zu bewerten. Die Sieger werden am 23. August geehrt. Und zwar beim Fest zum 105. Bestehen des Vereins Vogelsang, der auf der Festwiese groß gefeiert werden soll.