Gut ein Jahr haben die Straßenbauarbeiten in Diesdorf gedauert. Am Freitag gab es ein Fest zum Abschluss und den Wunsch, dass das letzte Teilstück auch saniert wird.

Diesdorf l Noch fehlt die Fahrbahnmarkierung. Das Halten am Stoppschild, von der Poststraße kommend, fällt manchem Kraftfahrer schwer. "Das wird in nächster Zeit erledigt", beruhigte Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Nord, gestern. Er vertrat Verkehrsminister Thomas Webel, der aus Termingründen kurzfristig absagen musste.

Bürgermeister Fritz Kloß schilderte, dass die "größte Baumaßnahme von Diesdorf" eine längere Geschichte habe. 1991 habe es die erste Vermessung und Planung gegeben. 1994 und 1995 wurde abermals geplant. 1997 sei das Projekt Post-/Bauern- und Wittinger Straße umgesetzt worden. "Wir hatten viele Pläne und einige Einwohnerversammlungen, wie es weiter geht", erinnerte er sich. Im Jahr 2001 sei diskutiert worden, wie der Kreuzungsbereich Poststraße/Schäfertor/Kloster gestaltet werden sollte. Im Gespräch sei auch ein Kreisel gewesen, "doch mit dem wären wir fast in der Kirche gelandet", sagte er. Durchgesetzt habe sich die jetzige Variante. Im Jahr 2009 habe es eine Regenwasserplanung gegeben, weil das Nass von oben, wenn es in Massen auftrete, immer mehr Probleme verursachte. "Da haben wir den Druck beim Straßenbaubetrieb erhöht", fügte er hinzu. 2011 sei der endgültige Plan entstanden, "den wir fast so umgesetzt haben. In kleinen Teilen ist er im Bauausschuss und im Rat noch geändert worden", berichtete der Bürgermeister.

Regenwasserleitung führt über den Sportplatz

Am 17. Juni 2013 habe der Bau endlich begonnen, kurz nach dem Ende des Ausbaus der Kreisstraße nach Molmke und des Radwegbaus. Er dankte dem Altmarkkreis für die gute Arbeit und schwenkte wieder zurück zum Großprojekt, das am Sportplatz begonnen habe. Dort konnte der Regenwasserkanal nicht in der Straße MTS-Siedlung verlegt, sondern musste über den Sportplatz geführt werden. Nach einigen Diskussionen sei ein Konsens mit dem Sportverein erreicht worden. "Heute ist kaum noch zu sehen, dass ein Kanal da durch geht", zeigte sich Fritz Kloß erleichtert. Dann folgte der Abschnitt der Landesstraße11 zwischen MTS-Siedlung und Kloster. Die Krümme an der Poststraße sei zusätzlich eingeschoben worden, zugunsten eines Abschnittes am Sportplatz. "Dort haben sich Mehrkosten ergeben, weil wir einen Entlastungskanal mit in die Erde legen lassen mussten. Die jüngsten starken Regenfälle haben gezeigt, dass es funktioniert", berichtete der Bürgermeister. Weiter sei es mit dem Teilstück der Landesstraße 8 bis zur Einmündung Achterstraße gegangen.

Alles in allem seien etwa 900 Meter Straße ausgebaut worden, darunter auch ein Teilstück am Sportplatz, für das eine Finanzierung zusätzlich möglich wurde. Hinzu kämen 225 Meter Geh- und Radweg sowie 275 Meter Gehweg, 14 Parkbuchten und 38 Straßenabläufe. Gut sei auch, dass die Parkflächen am Volkssolidaritäts-Komplex sowie die Bereiche vor der Kirche und vor der Alten Darre neu gestaltet worden seien. "So ergibt die Baumaßnahme ein rundes Bild", sagte Fritz Kloß stolz.

Die archäologische Begleitung durch Antje Lehmann habe zu geringfügigen Verzögerungen geführt, aber neue geschichtliche Erkenntnisse zutage gebracht.

Die Gemeinde habe etwa 650000 Euro investiert. Davon seien 350000 Euro als Fördermittel-Höchstsatz vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) bewilligt worden. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Verkehrsministerium auf etwa 1,68 Millionen Euro.

Der Bürgermeister dankte allen am Bau Beteiligten. "Jetzt sind 90 Prozent der Straßen in Diesdorf erneuert. Vielleicht schaffen wir auch noch den Rest", wünschte er sich. Manfred Krüger signalisierte Kooperationsbereitschaft, konnte aber noch nicht sagen, wann der Ausbau der restlichen Dährer Straße erfolgen könne. "Sagen Sie rechtzeitig Bescheid, damit wir die Nebenanlagen fördern können", wünschte sich Horst Blum, Leiter des ALFF. Baufirmenchef Roman Galeiwa lobte vor allem die Anlieger, die sehr viel Verständnis aufgebracht hätten. "Sie haben voll mitgezogen", fügte er hinzu.

Fritz Kloß und Manfred Krüger gaben durch den symbolischen Scherenschnitt an der Alten Darre die Straße frei.