Bei Starkregen landen Klopapier, Fäkalien und andere Grobstoffe im Quellbach Beeke bei Bornsen. Das stößt sauer auf. Endgültige Abhilfe kann nur das Trennen der Kanäle für Regen- und Schmutzwasser bringen. Ein Ausbau der Straße ist derzeit nicht geplant.

Drebenstedt l "Früher war die Beeke ein kristallklarer Fluss. Da konnte man sich bedenkenlos die Hände darin waschen", erinnert sich Edeltraud Gahrns. Doch das sei nicht mehr möglich, seitdem im Vorjahr die neue wasserwirtschaftliche Anlage zwischen Bornsen und Drebenstedt in Betrieb genommen wurde. "Vor allem wenn es stark regnet, werden Fäkalien, Toilettenpapier und andere Feststoffe in den Bach gespült. Das gehört doch dort gar nicht rein", empört sich Bernhard Gahrns.

Im April sei es nach starken Regenfällen ganz besonders schlimm gewesen. "Wir haben den Zustand am 24. April ans Kreis-Umweltamt gemeldet. Aber getan hat sich seither nichts", blickt die Drebenstedterin zurück. Sie habe jedoch beobachtet, dass Mitarbeiter des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA) Salzwedel immer mal wieder angerückt seien, um das Gröbste aus dem Bach zu holen. "Uns ist glasklares Wasser versprochen worden, als die Anlage gebaut wurde. Und jetzt so was", fügt sie entrüstet hinzu.

Überwachungswerte werden eingehalten

Die nach dem neuesten Stand der Technik vom VKWA errichtete Anlage zur Abwasserbehandlung sei für 350 Einwohnerwerte ausgelegt, sagt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Nachfrage der Volksstimme. "Sie wird im Auftrag des Altmarkkreises Salzwedel durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt behördlich überwacht", erklärt sie weiter. Nach bisher vorliegenden Untersuchungsergebnissen aus der behördlichen und der Eigenüberwachung würden die in der wasserrechtlichen Erlaubnis festgelegten Überwachungswerte eingehalten. "Da das zur Kläranlage Bornsen führende Kanalnetz sowohl häusliches Abwasser als auch Niederschlagswasser der Ortslagen Bornsen und Drebenstedt enthält, wurde für größere Regenereignisse zusätzlich ein Rückhaltebecken integriert", schildert Birgit Eurich. Die Größe sei mit einem in Sachsen-Anhalt anerkannten Programm errechnet worden. Zudem sei aus Sicherheitsgründen ein Notüberlauf vorgesehen, damit ein Abfluss da sei, wenn extremer Niederschlag binnen kurzer Zeit falle.

Am 22. April hätte es sehr stark geregnet. Dadurch sei es zu Verstopfungen im Zulauf zum Speicherbecken gekommen. Durch den Notüberlauf sei auch Toilettenpapier in den Bach gelangt. "Darüber haben uns Bürger am 24. April informiert. Am gleichen Tag erfolgte eine Vorortkontrolle durch Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde", berichtete die Kreissprecherin. Maßnahmen zur Reinigung der Anlage und des Grabens seien angeordnet worden.

Da es danach zu weiteren Starkregenfällen gekommen sei, landeten wiederholt Grobstoffe im Graben. Am 26. Juni habe es eine erneute Kontrolle gegeben. "Es wurde festgestellt, dass die derzeitige Situation nicht hinnehmbar ist", erklärte Birgit Eurich. Vor Ort sei mit dem Geschäftsführer und dem technischen Leiter des VKWA eine Vielzahl von Möglichkeiten des Umbaus diskutiert worden. Die Geschäftsführung prüfe derzeit die technische Realisierbarkeit der einzelnen Maßnahmen und bereite nach Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde kurzfristig die notwendigen Investitionen vor.

Lösung ist Trennung von Ab- und Regenwasser

"Wir suchen nach einer Lösung, um an der Überlaufschwelle die Grobstoffe zurückzuhalten", bestätigte VKWA-Geschäftsführer Jens Schütte gegenüber der Volksstimme. Allerdings sei diese noch nicht gefunden. "Solch ein Projekt ist allerdings nur eine halbe Sache", machte er zu große Hoffnungen zunichte und gestand, dass ihm die gegenwärtige Situation an der Beeke auch nicht gefalle. "Eine befriedigende Lösung wäre es nur, wenn Regenwasser und Abwasser in getrennten Kanälen abfließen können. Doch das ist nur umsetzbar, wenn die Straße erneuert wird und wir uns dem Bauvorhaben anschließen, um die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen", sagte er.

Straßenbauarbeiten in diesem Bereich werde es in den nächsten Jahren nicht geben. Projekte in diesem Bereich seien in der Prioritätenliste bis zum Jahr 2018 nicht vorgesehen, antwortete Birgit Eurich auf Nachfrage.