Walter Faescke hatte schon als Kind ein Auge auf die Lieselotte geworfen und sie zu so mancher Tanzrunde aufgefordert: Heute steht für die beiden das Fest der goldenen Hochzeit an.

Dähre l Sie stammt aus Peckensen, er aus Bergmoor. Beide hatten Tanten in Dülseberg. "Da sind wir uns beim Tanz über den Weg gelaufen", erinnert sich der 73-Jährige und denkt gern an jene Zeit zurück. Damals sei viel los gewesen. Jedes Wochenende war was los, beispielsweise in Schinkenmühle und Mehmke. "Tanzen macht Spaß, auch heute noch", meint Walter Faescke.

Am 28. Juli 1974 sagten sie Ja zueinander, richtig feierlich in der Peckensener Kirche. "Die standesamtliche Trauung zuvor dauerte gerade mal acht Minuten. Ich habe auf die Uhr geguckt", merkt Lieselotte Faescke mit einem Lächeln an.

Der Hochzeitstag, damals ein Dienstag, habe mit dem Frühstück für alle begonnen. "Jeder Gast kriegte von der Kapelle einen Tusch", erinnert sich der Goldbräutigam. Für die Kirche machte sich das Paar besonders schick. Fotos in einem Album erinnern an den besonderen Tag.

Der gelernte staatlich geprüfte Landwirt, der nach dem Abschluss der Fachschule in Dähre arbeitete, und seine Frau, die erst in der Warenabteilung der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft und dann in der Gemeinde Dähre tätig war, bauten sich im Jahr 1966 ihr "Nest" in Dähre. "Hier gab es einen Kindergarten und eine Schule. Beides war in Peckensen, wo wir vorher gewohnt haben, nicht vorhanden", begründet Walter Faescke den Umzug. Denn zu diesem Zeitpunkt war Tochter Britta (heute 49 Jahre) schon auf der Welt. Bald darauf sollte Sohn Harald (heute 45) das Glück perfekt machen.

Stolze Großeltern und Selbstversorger

Die beiden Kinder haben das Goldpaar zu stolzen Großeltern gemacht. Sie freuen sich über jede Stunde mit Mareen (heute 24), Tobias (21), Niklas (16) und Annika (14). "Sie wohnen zum Glück in Dähre und Salzwedel, so dass wir uns oft sehen", freut sich die 73-Jährige. Für Walter Faescke ist es das Schönste, wenn die ganze Familie zusammenkommt und einen Gänsebraten genießt. Das Federvieh stammt natürlich vom Hof der Faesckes. "Wir haben Kaninchen, Tauben, Gänse, Enten und Schafe", zählt der Goldbräutigam auf und meint damit, dass es auch als Rentner nicht langweilig sei. Dazu komme der Garten, in dem Obst und Gemüse heranwächst. "Wir sind quasi Selbstversorger", merkt er an. Wenn eine Urlaubsreise anstehe - die beiden sind gern auf Tour - dann kümmern sich die Nachbarn um alles. Dafür packt das Paar mit an, wenn diese wegfahren. "Es ist hier ein guter Zusammenhalt", lobt Walter Faescke.

Doch damit ist er noch nicht ausgelastet. Zwölf Jahre war er Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hans-Jochen-Winkel, arbeitet weiter aktiv im Vorstand mit. Und da ist noch die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß 54 Dähre, dessen Ehrenmitglied er ist. Die Heimatverbundenen des Vereins sind im Freilichtmuseum Diesdorf aktiv, um zu zeigen, wie Getreide und Kartoffeln zu Omas Zeiten geerntet wurden. Dem Engagement des Goldbräutigams ist es mit zu verdanken, dass das Eintauchen in die Vergangenheit möglich wird. Walter Faescke singt zudem im Gemischten Chor Dähre mit. "Wenn man auf dem Dorf wohnt, dann macht man einfach mit", sagt er. Auch die wöchentliche Skatrunde möchte er nicht missen. Seine Lieselotte erwärmt sich eher für das regelmäßige Rommeespiel mit weiteren Frauen. "Kartenspielen hält den Geist fit", meint sie. Nach den 20 Runden werde noch erzählt. Da kann es schon mal etwas später werden...

Heute, am Tag der goldenen Hochzeit, meint Lieselotte Faescke bescheiden: "Wir haben ein gutes Leben bislang gehabt." Die Jahre mit ihrem Walter möchte sie nicht missen. "Mir gefällt seine Fröhlichkeit. Die ist richtig ansteckend", fügt die 73-Jährige hinzu. Auch er ist stolz auf seine Frau, dass sie immer alles gut zusammen gemeistert haben. "Wichtig ist, dass wir gesund bleiben und auch morgen wieder los können", sagt Walter Faescke.

Eheschwur wird erneuert

Am Sonnabend werden die 50 Jahre mit Trauschein in gemütlicher Runde gefeiert. Dann wollen die beiden ihren Eheschwur noch einmal erneuern - natürlich in der Kirche in Peckensen, so wie vor einem halben Jahrhundert.

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