"Hospiz macht Schule" ist der Titel des Projektes, das der Salzwedeler Hospizverein im kommenden Schuljahr anbietet. Dritt- und Viertklässler setzen sich dabei innerhalb von fünf Tagen mit den Themen Abschied und Tod auseinander.

Salzwedel l Sollen sich Neun- bis Zehnjährige bereits mit Themen wie Abschied oder Tod auseinander setzen? Sabine Spangenberg verweist darauf, dass solche Themen auch im Leben von Kindern bereits sehr präsent sind. "Wenn beispielsweise das Haustier, etwa der Wellensittich oder der Goldhamster tot sind oder der beste Freund in einen anderen Ort zieht, oder eben, wenn die Großmutter eines Tages nicht mehr da ist, weil sie gestorben ist", zählt die Vorsitzende des Salzwedeler Hospizvereins auf.

In einer fünftägigen Projektwoche wollen die Mitglieder des Hospizvereins mit den Schülern den altersgemäßen Umgang mit Leiderfahrungen erörtern. Bei der Arbeit in kleinen Gruppen solle es dabei alles andere als traurig zugehen, so Sabine Spangenberg weiter. Das Konzept sieht unter anderem Malen, Basteln, Singen, Tanzen und auch Spielen und Lachen vor. In jeder Gruppe sollen maximal fünf Kinder von stets dem gleichen Hospizbegleiter als Ansprechpartner und Vertrauensperson betreut werden. Für einige Stunden nimmt auch ein Arzt am Projekt teil, der die Fragen der Kinder auf den Feldern Krankheit und Leid beantwortet. Zuvor wollen sich Hospizbegleiter und Kinder mit den Themen Werden und Vergehen, danach mit Sterben und Tod, dem Traurig-sein sowie mit Trost und getröstet werden auseinandersetzen. Die Ergebnisse der Projektwoche sollen während eines Abschlussfestes der Eltern präsentiert werden.

Für das Projekt kooperiere der Salzwedeler Hospizverein mit den Kollegen aus Lüchow-Dannenberg. Es habe bereits Gespräche mit Grundschulen in Salzwedel und Wustrow gegeben, informiert die Salzwedeler Vereinsvorsitzende weiter.

Ein Team aus sechs ehrenamtlichen Hospizlern hat für das Projekt eine spezielle Weiterbildung absolviert, darunter aus dem Salzwedeler Verein Marion Schmid, Carola Bothe, Stefan Althoff und Helga Nelke. Letztere fungiert auch als Ansprechpartnerin für das Projekt "Hospiz macht Schule".

In den kommenden Wochen und Monaten wollen die Salzwedeler Vereinsmitglieder die Zahl der Aktiven für ihr Projekt "Hospiz macht Schule" erhöhen. Voraussetzung für die Vorbereitung auf das Projekt ist jedoch ein zuvor absolvierter Hospiz-Grundkurs. Im Herbst bietet der Verein wieder einen Grundkurs an (siehe Infokasten), Anmeldungen sind noch möglich.

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