Operngala am Arendsee: Mehr als 600 Zuschauer aus der ganzen Altmark applaudierten den Darstellern und Musikern aus Prag. Mit stehenden Ovationen und Begeisterungspfiffen dankten sie nach zweieinhalb Stunden für eine furiose "Nabucco"-Aufführung in italienischer Originalsprache.

Arendsee l"Ich wünsche mir auch im nächsten Jahr so eine erstklassige Opernaufführung unter freiem Himmel - und das Strandbad ist dafür als Veranstaltungsort bestens geeignet", erklärte Renee Herbst bereits in der Pause. Die 20-minütige Unterbrechung nutzten am Donnerstagabend viele der über 600 Besucher der Opernaufführung von Giuseppe Verdis erster Freiheitsoper Nabucco für einen Strandspaziergang im Sonnenuntergang. Dabei genossen sie kühle Getränke von Wein über Saft bis Sekt.

Auf der Bühne entspann sich ein spannendes Drama vom Streben des jüdischen Volkes nach Freiheit aus der babylonischen Gefangenschaft auf der einen Seite und der Selbstüberschätzung des Titelhelden - beeindruckend von Bariton Nikolaj Nekrassov gesungen -, der sich selbst zum Gott machen will, auf der anderen Seite. Nabucco, daraufhin vom Wahnsinn geschlagen, wird erst durch seine Bekehrung zum Gott der Hebräer geheilt.

Die Handlung um die Liebenden Fenena (berührend Sopranistin Monika Brychtova) als Tochter Nabuccos, und Ismaele (volltönender Tenor Michal Pavel Vojza), Neffe des Königs Sedecia von Jerusalem, fesselten genauso wie die Intrigen der vermeintlich erstgeborenen Tochter Nabuccos, Abigaille (Altistin Liana Sass). Hörgenuss bereiteten ebenso die Auftritte von Jurij Kruglov mit seinem exzellenten Bass als Zaccaria, Hohepriester der Hebräer. Auch die anderen Solisten sangen sich stimmgewaltig in die Zuschauerherzen. Immer wieder brandete Szenenapplaus auf, der sich beim legendären Gefangenenchor noch steigerte.

Am Ende dankte das Publikum Darstellern und Orchestermusikern aus Prag unter Leitung von Dirigent und Generalmusikdirektor Martin Doubravsky mit stehenden Ovationen und Begeisterungspfiffen für eine grandiose Vorstellung.

"Die Veranstaltungsagentur Pauli war erstaunt, dass wir so kurzfristig den Veranstaltungsort herrichten konnten", sagte ein ebenfalls stark beeindruckter Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort Arendsee GmbH. Er hatte zusammen mit seinem Team und mit Unterstützung der freiwilligen Ortsfeuerwehr ganze Arbeit als Gastgeber geleistet.

Wegen des starken Dauerregens seit Sonntag war das Opernevent von der Bleiche ins Strandbad verlegt worden. Dort spielte auch das Wetter mit und sorgte für einen Open-Air-Abend der Extraklasse.

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