Leicht hatte es Bianka Niemeyer nicht, als sie die städtischen Planungen für den Ausbau der Braunschweiger Straße vorstellen wollte. Kein Wunder, schließlich wollten die rund 70 Anlieger wissen, wie tief sie in den Geldbeutel greifen sollen.

Salzwedel l Drei Dinge gilt es anzumerken: Grundsätzlich wird in der Braunschweiger Straße zu schnell gefahren. Baulich ist sie in einem schlechten Zustand, und bei Starkregen muss immer wieder mit Überschwemmungen gerechnet werden. Allesamt Gründe, warum die Hansestadt Salzwedel im September oder Oktober die Bagger anrollen lassen will, um die Straße auf einer Länge von 706 Meter zu sanieren (wir berichteten).

Das bedeutet aber auch eine Vollsperrung für rund neun Monate. Das sei sehr wenig angesichts dessen, was die Stadt neu machen müsse, sagte Planerin Bianka Niemeyer am Dienstagabend. Für die Anlieger trotzdem keine Beruhigung, denn sie stellte auch klar: "Ich kann Ihnen nicht zusagen, dass Sie mit dem Auto immer an Ihre Grundstücke rankommen werden." Für die Entsorgung des Abfalls sollen übrigens Sammelstellen eingerichtet werden, denn auch die Müllfahrzeuge werden während der Bauphase nicht durchkommen.

56 Prozent aller Verkehrsteilnehmer sind schneller als mit den erlaubten 50 Stundenkilometern unterwegs. Das hat eine Untersuchung ergeben. Für die Anwohner der ehemaligen Landesstraße ist diese Erkenntnis allerdings nicht neu. "Das tut uns nicht weh, sondern es sind die durchfahrenden Lastwagen", machten sie deutlich. Ein von ihnen mehrfach gefordertes Durchfahrverbot für Lastwagen ("damit können Sie ganz schnell und einfach etwas Gutes für die Menschen tun") lehnte Bauamtsleiterin Martyna Hartwich rundweg ab.

Die Arbeiten für die Sanierung der Braunschweiger Straße werden in einem Bauabschnitt laut Hartwich "bundesweit im öffentlichen Verfahren ausgeschrieben". Die Umsetzung des Vorhabens in zwei Abschnitten hätte "finanzielle Auswirkungen". Soll heißen, das Projekt würde teurer werden. Im Zuge der Sanierung sollen auch die Hausanschlüsse - sofern notwendig - erneuert werden.

Die Stadt hat für die Arbeiten insgesamt 1,4 Millionen Euro eingeplant. An den Kosten für die Sanierung der Fahrbahn und Erneuerung beziehungsweise Verbesserung der Entwässerung sollen die Anlieger der Braunschweiger Straße gemäß städtischer Satzung mit 40 sowie mit 60 Prozent an den Kosten für Gehweg, Beleuchtung und Grünananlagen beteiligt werden.

Im Anschluss an die Sitzung hatten die Anlieger Gelegenheit, sich über die voraussichtlichen Kosten zu informieren. Dabei gab es teilweise lange Gesichter. Denn die Summen bewegen sich nach Informationen der Volksstimme bis hinein in den fünfstelligen Bereich.

 

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