Die Marinekameradschaft Salzwedel und Umgebung feiert im September ihr 100-Jähriges. Die Mitglieder können auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Salzwedel l Das Hotel Union am 7. Juni 1991. 23 ehemalige Angehörige der Kriegsmarine und Liebhaber der Seefahrt haben sich versammelt, um über die Wiedergründung der Marinekameradschaft Salzwedle und Umgebung zu beraten. "Die Männer waren aber nicht zur Kriegsmarine gegangen, weil sie den Krieg wollten, sondern aus Liebe zur Seefahrt und um etwas von der Welt zu sehen", erzählte Otfried Bonnes. Er selber war zwar bei der Gründungsversammlung dabei, ist aber erst einige Jahre später Mitglied geworden. Von den Gründungsmitgliedern leben noch Horst Scheibler, Willi Gäde, Rolf Gruß und Holger Benecke. Die Mitglieder waren auf Zerstörern, Versorgern und U-Booten unterwegs.

Die Erstgründung der Kameradschaft erfolgte am 25. Juli 1914. Aber bereits zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde der Verein wieder verboten. Dieses Verbot wurde später von der ehemaligen DDR-Regierung bestätigt. "Die Mitglieder des Vereines hatten sich 1914 vor allem deshalb zusammengeschlossen, um den auf See gebliebenen Kameraden zu gedenken und deren Angehörigen zu helfen", erklärte Bonnes.

Maßgebliche Hilfe bei der Wiedergründung leisteten vor allem die Kameraden aus Uelzen. Weitere Kontakte wurden aber auch nach Lüneburg und Munster geknüpft. Innerhalb der Altmark bestand ein reger Austausch mit den Gruppen in Stendal, Tangermünde und Gardelegen. Noch heute bestehen Kontakte zu der Schützengilde Salzwedel und dem Deutschen Bundeswehrverband. Natürlich sind die Vereinsmitglieder auch immer wieder "daran interessiert, Seeluft zu schnuppern", wie Otfried Bonnes beschreibt. So gab es Ausflugsfahrten nach Bremerhaven, Cuxhaven, Fehmarn oder Helgoland. Auch zum U-Boot-Ehrenmal nach Kiel-Laboe gab es eine Fahrt.

Die Vorbereitungen auf den 100. Geburtstag stehen derzeit im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Die Jubiläumsveranstaltung wird am Donnerstag, 18. September, ab 16 Uhr im Kulturhaus in Salzwedel stattfinden. Zunächst wird es ein Büffet geben und ab 19 Uhr wird das Bundespolizei-Orchester aus Hannover ein Benefizkonzert geben. Außerdem soll im Foyer eine Ausstellung maritimer Stücke, wie Modelle von Schiffen der Kriegsmarine, zu sehen sein.

"Wir gehen davon aus, dass wir bis zu 300 Besucher im Kulturhaus unterkriegen werden", erklärte Norbert Birkholz, zweiter Vorsitzender des Vereines. Mehr wären nicht möglich, da aufgrund des Orchesters die Bühne vergrößert werden müsste. "Schließlich spielen 60 bis 70 Leute im Polizeiorchester", sagte Otfried Bonnes. Außerdem sind Landrat Michael Ziche und Oberbürgermeisterin Sabine Danicke und der erste Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt Jürgen Krüger eingeladen.

Karten für die Veranstaltung gibt es im Bürocenter Schulz, in der Tourist information Salzwedel und im Internet unter www.kultour-saw.de

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