Ein Rollstuhl hängt zwischen den Bäumen, eine Kamerafrau fährt Seilbahn auf ihr Spiegelbild zu und Zelte stehen im Campingkino: Das vierte Arendseer Filmcamp läuft auf Hochtouren. Ein MDR-Team filmte die Akteure um Regisseur Norman Schenk bei den Dreharbeiten.

Arendsee l Es geht um Grenzüberschreitungen und mutige Entscheidungen im neuesten Kurzfilm der Crew im sechsten Durchgang des Arendseer Filmcamps. "Darin spielen das erkennen eigener Grenzen, Freundschaft und Selbsterkenntnis eine Rolle", beschrieb gestern Campleiter und Regisseur Norman Schenk den Plot des neuesten Streifens. Auch dafür haben die jungen Leute - Studenten aus deutschen Städten und aus Österreich - das Drehbuch selbst geschrieben.

Fünf Freundinnen bereiten eine Geburtstagsüberraschung für die sechste vor, die nach einem Autounfall im Rollstuhl sitzt. Bei der Umsetzung des Themas geben erfahrene Filmmacher den Jugendlichen Unterstützung - diesmal sind es außer Schenk auch Schauspieldozent Matthias Poppe und Kameradozent Manuel Graubner aus Berlin.

"Von ihnen und den anderen Dozenten zwischen 25 und 70 Jahren lernen die Teilnehmer zwischen 14 und 18 Jahren Grundlagen des Drehens, der Kameraführung, des Schneidens und der Schauspielerei", erläuterte Schenk. Dabei sei ihre Eigenverantwortung, Kreativität und Entdeckerfreude gefordert. "Und ja, sie können und sollen Fehler machen - nur so lernen sie, worauf es ankommt", betonte er.

Weitere bisher entstandene Filme haben mit Erwachsenwerden, Alles-Infrage-Stellen, Ängsten und Zukunftsvisionen zu tun. "Nach der einen Woche hier arbeiten die Teams selbstständig weiter - online ist alles möglich", sagte Schenk. Oft gebe es dann mehrere Fassungen. "Einiges davon wird im nächsten Jahr am Arendsee zu sehen sein", kündigte er an.

Bereits beim ersten Arendseer Filmfestival am Sonnabend, 23. August, sollen die Filme von 2013 gezeigt werden. Ab 19.30 Uhr auf der Bleiche vor Publikum aus Arendsee und Umgebung. Und vor einer Jury, in der auch bekannte Schauspieler wie Claudia Schmutzler (Für alle Fälle Stefanie) und Jan-Henrik Stahlberg (Tatort) mitwirken.

Gestern wurden die Akteure übrigens selbst gefilmt - ein MDR-Drehteam war vor Ort. Die Eindrücke und Interviews sind bei Sachsen-Anhalt heute am Donnerstag, 21. August, ab 19 Uhr zu sehen. Neben den Bildern aus dem Wald ist auch das Campingkino festgehalten, in dem die Teilnehmer zelten, leben und arbeiten.

 

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