Der Innenausbau ist im vollen Gange. Das Projekt Kunsthaus kommt voran. Rund eine Millionen ist bereits in das Haus geflossen. Eine zweite Million steht bereit. Im April 2015 soll eigentlich eröffnet werden.

Salzwedel l Risse verfüllen, verputzen und dämmen - hinter den Kulissen des Kunsthauses wird fleißig gearbeitet. Fast eine Million Euro ist bisher in das Haus geflossen. Alle beteiligten Firmen kommen aus Sachsen-Anhalt, bis auf Fenster und Außenputz sogar alle aus der Altmark.

Das 2,6-Millionen-Euro-Projekt ist auf einem guten Weg. Zwei Millionen Euro hat die Kunststiftung bereits aquiriert. Rund 80 Prozent davon sind zugesagte oder bereits investierte Fördermittel. 135000 Euro kommen von Spendern. Es fehlen "nur" noch 600000 Euro für das neue Leuchtturmprojekt für die Stadt.

"Wir liegen mit den Arbeiten im Zeitplan", sagt Kunsthaus-Initiator Dietrich von Gruben vom Stiftungsvorstand und antwortet mit einem Lächeln auf die Frage nach der möglichen Eröffnung: "April 2015 steht noch."

In das sanierte ehemalige Lyzeum soll die Tourist-Information einziehen. Im Erdgeschoss ist ein Restaurant zum Verpachten geplant. Im Keller gibt es Räume für Vereine.

Kernstück des Kunsthauses soll die Ausstellung im ersten Obergeschoss sein. Dort sollen Teile der Sammlung von Gus Kopriva gezeigt werden. Darunter sind Bilder von Rembrand, Picasso oder Miro. Bis die Bilder der großen Meister einziehen, ist es aber noch ein weiter Weg.

Hierzu müssen die Ausstellungsräume bestimmte Anforderungen des Sammlers erfüllen, schließlich handelt es sich bei den Werken um teure und vergängliche Bilder. So muss die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 bis 55 Prozent betragen, und die Bilder müssen vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden.

Aber ein Schritt nach dem anderen. Mit umfangreicher Technik haben Statiker vor wenigen Wochen eine Belastung von bis zu 20 Tonnen simuliert. Ergebnis: "Die Decken tragen. Wir haben sie an zwei Stellen aber noch mit zwei Stahlträgern ertüchtigt", sagt von Gruben. Derzeit laufen die Ausschreibungen für Elektronik und Haustechnik. Und es warten noch viele Baustellen auf die Verantwortlichen. Der schöne Fußboden im Obergeschoss soll bald aufgearbeitet werden. Abgenutzte Stellen sollen aber bleiben. "Es soll nicht alles wie neu aussehen. Der Charme des Hauses soll erhalten bleiben", erklärt er.

Die Holzelemente in der Aula von Säulen, Lamperie bis zur Empore sind derzeit alle in Einheitsbraun getaucht. Darunter liegen schöne Farbschichten in Rot, Grün und Blau. "Die wollen wir wieder freilegen und restaurieren", sagt von Gruben. Von dem Farbkonzept können sich die Besucher beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, überzeugen.

2011 hatte Dietrich von Gruben das einstige Lyzeum erworben. Zuvor war das Haus im Besitz eines Hamburgers, der es aber verfallen ließ. Im Winter fielen Ziegel vom Dach und gefährdeten Passanten.

Anfang 2012 begannen die Arbeiten an dem Gebäude. Am Anfang stand der Kampf gegen den Hausschwamm. Ende 2012 gründete sich die Kunststiftung Salzwedel.

Seitdem ist viel passiert: Neue Fenster, neues Dach, sanierte Außenfassade und sanierter Dachstuhl. Die erste Bilanz der Stiftung ist gerade fertig geworden. Sehr erfreut zeigten sich von Gruben und Achim Dehne, dass die Zwei-Millionen-Euro-Marke erreicht ist. Unter den Unterstützern für das Projekt hebt Dietrich von Gruben vor allem Landes-Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) und Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke hervor.

   

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