Salzwedel (me) l Was viele Autofahrer schon lange erkannt haben, wird nun auch von politischer Seite angepackt - auf Initiative des Altmarkkreises. Der Bundesfeldweg zwischen B190 und Ritze soll ab dem kommenden Jahr zur Kreisstraße ausgebaut werden und den Innenstadtverkehr von Salzwedel entlasten. Schon jetzt wird die Strecke als "Schleichweg" genutzt, wie gestern auch der Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel, und Landrat Michael Ziche zu spüren bekamen. Denn zahlreiche Autofahrer fuhren vorbei, als sich Webel vor Ort mit den Plänen des Kreises vertraut machte. "Wir hatten hier zeitweise 5000 Fahrzeuge am Tag", berichtete Kreis-Bauamtsleiter Dieter Kraus. Momentan ist der asphaltierte Feldweg für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dies hatte die Deutsche Bahn gefordert, weil der Bahnübergang für so ein hohes Verkehrsaufkommen nicht geeignet ist, zumal auch Lkw die Abkürzung zu den Bundesstraßen 248 und 71 nutzten.

Der Übergang soll auf sechs Metern Breite ausgebaut werden, genau wie die Straße. "Dazu stehen wir bereits in Verhandlungen mit der Bahn", erklärte Kraus. Der Kreis muss sich nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz an den Kosten für den Bahnübergang beteiligen.

Die Planungen für den Straßenbau sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden, damit 2015 der Baustart erfolgen kann. "Ob wir 2015 allerdings auch fertig werden, kann ich noch nicht sagen", betonte der Bauamtsleiter. Die Autofahrer werden mit Schranken auf der Strecke leben müssen. "Ein Brückenbauwerk können wir hier nicht errichten", sagte der Landrat. Das könne der Kreis finanziell nicht stemmen.

Allerdings entlaste die dann offizielle Abkürzung zum Lokschuppenkreisverkehr mit der Anbindung an die B 248 und B 71 den Innenstadtverkehr aus seiner Sicht erheblich, betonte Ziche. Sie stelle auch keine Konkurrenz zur geplanten Südumfahrung von Salzwedel im Zuge des Ausbaus der B 190n dar, betonte er. Langfristig, nach Fertigstellung des sogenannten Hosenträgers zwischen den Autobahnen 39 und 14, könne die jetzige B190 ab Pretzier dann zur Kreisstraße abgestuft werden.

Möglich wird die kurzfristige Umsetzung des Straßenbauprojektes mit einer Umstellung beim Ausreichen der Fördermittel aus dem Entflechtgesetz. Ab 2015 bis 2019 sollen die Kreise und kreisfreien Städte das Geld für den Straßenbau pauschal erhalten, erklärte Minister Webel. Sie können dann entsprechend der Prioritätenlisten das Fördergeld nach eigenem Ermessen einsetzen. Der Altmarkkreis erhält insgesamt bis 2019 12,2 Millionen Euro. Er muss aber auch den Bedarf der Kommunen beim Straßenbau berücksichtigen. Bisher habe das immer etwa 25 Prozent der Gesamtfördermittel ausgemacht, berichtete Ziche. "Ich gehe davon aus, dass die Kreise verantwortungsbewusst damit umgehen", sagte Webel.

Weniger Bürokratie soll ländlichen Raum stärken

Die Pauschale wird nach einer Mischkalkulation aus Pkw-Zulassungen und Flächenfaktor, sprich Kreisstraßenkilometer, errechnet. Im Altmarkkreis sind das 516 Kilometer. Das jetzt unkompliziertere Verfahren bei der Fördergeldvergabe soll den ländlichen Raum stärken, betonte der Minister.