Letzlingen l Über 230 Quadratkilometer groß ist das Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark in der Letzlinger Heide und damit ein Areal, das nicht leicht zu sichern ist. Das macht es den Teilnehmern des antimilitaristischen Camps "War starts here 2014", das zum dritten Mal am Rande der Heide stattfindet, nicht gerade schwer, auf den Platz einzudringen. Doch das ist, laut ihren Angaben, das erklärte Ziel.

"In dieser Woche haben wir fast täglich Demonstranten auf dem Truppenübungsplatz festgesetzt, die sich dort widerrechtlich aufgehalten haben", berichtet Oberstleutnant Uwe Kort, Leiter der Informationsarbeit beim Landeskommando Nordrhein-Westfalen. Den Aufforderungen, den Platz freiwillig zu verlassen, seien die Demonstranten nicht nachgekommen.

"Natürlich treten wir dann in eine Diskussion ein, in der beide Seiten ihre Standpunkte vertreten. Und bisher ist es noch immer friedlich verlaufen", sagt Uwe Kort. Entfernen sich die Demonstranten trotz mehrfacher Aufforderung nicht vom Truppenübungsplatz, werde die Polizei zur Amtshilfe gerufen, erklärte Kort weiter. Bisher haben derartige Aktionen im Raum Hillersleben stattgefunden.

"Setzen Demonstranten nicht im Nichts aus."

Hauptkommissar Marko Neiß

Im Detail müsse man sich die Beräumung dann so vorstellen, dass die Beamten erst nach mehrmaliger Aufforderung an die Demonstranten, den Platz zu verlassen, zugreifen, erklärte Polizeisprecher Hauptkommissar Marco Neiß am Freitagvormittag. Die Männer und Frauen würden dann zu Transportern getragen und zum nächstgelegenen öffentlichen Abholpunkt gebracht. "Die Campteilnehmer werden von dort mit eigenem Shuttleservice abgeholt. Wir setzen sie nicht irgendwo im Nichts aus", fügte er hinzu. Das ganze Szenario spiele sich "lehrbuchmäßig ab".

Massive Sachbeschädigungen außerhalb des Camps, wie sie im vergangenen Jahr registriert worden waren, habe es bis zum gestrigen Zeitpunkt noch nicht gegeben, erklärte er weiterhin. Zwar seien einzelne Schmierereien und Schriftzüge in rosa Farbe auf Straßen aufgetaucht. Jedoch sei bis Freitag noch kein beschmiertes Schild oder ähnliches zur Anzeige gebracht worden.

Sachbeschädigungen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes habe es hingegen schon gegeben, stellte Oberstleutnant Kort klar. So sind die Begrenzungsschilder entlang der B71, die auf den militärischen Sicherheitsbereich rund um den Truppenübungsplatz hinweisen, mechanisch entfernt worden. Außerdem sind etliche der Schranken, die die Zufahrten zum Platz versperren, aufgebrochen und gewaltsam beschädigt worden.

Am für heute angekündigten Aktionstag gehen Polizei und Bundeswehr von weiteren Aktionen aus. "Wir werden die angemeldete Versammlung begleiten und absichern", kündigte Marco Neiß an. "Wenn die Demonstrationen weiterhin so friedlich ablaufen, dann bleibt alles im Rahmen der Grundrechtsausübung." Bis zu 500 Einsatzkräfte der Polizei werden heute in und um Letzlingen aktiv sein.