Der Diesel-Klau nimmt immer größere Ausmaße an. Auch in Salzwedel und Umgebung werden den Beamten des Polizeireviers Salzwedel verstärkt Diebstähle gemeldet. Tendenz steigend.

Salzwedel l Sie kommen meistens nachts und hinterlassen kaum Spuren. Sie sind nicht auf Geld, Schmuck oder Kunstgegenstände aus, sondern auf Kraftstoff für Autos. Diesel im Besonderen: Kraftstoff-Diebe. Die begehrte Flüssigkeit wird mit steigenden Diesel-Preisen von Monat zu Monat immer wertvoller.

Verlassene Baustellen sind die bevorzugten Orte, an denen die Täter zuschlagen und dabei oft bis zu mehrere Hundert Liter abzapfen. Zunehmend werden aber auch auf Raststätten, Parkplätzen oder Speditionshöfen, Lastkraftwagen, Bagger, Trecker, Baumaschinen, Landmaschinen, Transporter und Nutzfahrzeuge Ziel von Dieseldieben.

Die Masche ist fast immer gleich und vergleichsweise einfach: Tankdeckel auf, Schlauch rein, Kanister drunter, Pumpe an, Pumpe aus und weg. Die Diebe haben oft leichtes Spiel, Zeugen gibt es selten. Die größte Variable beim Dieseldiebstahl: die Täter. Sie reichen von Kleinkriminellen über organisierte Banden bis hin zu den Mitarbeitern des Betriebs.

Zum Stichtag 18. August 2014 nahm das Salzwedeler Polizeirevier seit Jahresanfang 68 Anzeigen auf. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres waren das 14 mehr, berichtet der Pressesprecher der Polizei, Frank Semisch. In Litern ausgedrückt sind die Zahlen beeindruckend. Waren es 2013 insgesamt 13580, so stieg die Zahl in 2014 auf bislang 20775 Liter. Allerdings schränkt Semisch ein, dass die Menge lediglich geschätzt werden kann und auf den Angaben der Geschädigten beruhen. Semisch rät, die Fahrzeuge in einem geschützten Raum abzustellen - was nicht immer einfach sei. Zudem sollten Unternehmen überlegen, ob es sinnvoll ist, etwa an den Wochenenden die Baufahrzeuge vollbetankt abzustellen. Zudem sollten Lastwagen an gut beleuchteten Plätzen abgestellt werden. Bewegungsmelder, Alarmanlagen oder Videoüberwachung würden zwar vermutlich den Diebstahl nicht verhindern, zumindest aber erschweren.