Vom Boom im Tourismus profitiert auch die Hansestadt Salzwedel. So hat sich die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr 2014 gegenüber 2013 deutlich erhöht. Gestiegen ist auch die Zahl der Ankünfte in der Baumkuchenstadt.

Salzwedel l Liegt es am berühmten Baumkuchen, an den zahlreichen historischen Gebäuden, an der Fachwerkarchitektur und der norddeutschen Backsteingotik mit imposanten Kirchenensembles, an der Attraktivität der Stadt oder an der verkehrsgünstigen Lage, die zu zahlreichen Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung einlädt? Eine eindeutige Antwort lässt sich darauf schwer finden. Vermutlich ist es eine Mischung aus mehreren Faktoren. Fakt jedenfalls ist: Die Hansestadt Salzwedel wird bei Touristen immer beliebter. Dies belegen die Zahlen der Ankünfte und der Übernachtungen. 5693 Menschen waren im ersten Halbjahr 2013 in die Hansestadt gekommen, 10524 Übernachtungen hatte das Statistische Landesamt in Halle registriert. Deutlich besser sehen die Zahlen 2014 aus. Von Januar bis Juni wurden bereits 7715 Ankünfte und 10748 Übernachtungen gezählt.

Constanze Neuling, Leiterin der Tourist-Info in Salzwedel, freut sich über diese Entwicklung. Mit dazu beigetragen habe auch das gute Osterwetter, das zahlreiche Urlauber in die Hansestadt gelockt habe. Zudem hat die Tourismus-Expertin beobachtet, dass vor allem Kurztrips im Nahbereich des Wohnortes im Trend liegen. "Besonders außerhalb der Ferienzeiten", berichtet Neuling auf Anfrage der Volksstimme. Meist seien es ältere Gäste, aber auch Gruppen verschiedener Größe, die einen Halt in der Hansestadt einlegen.

Sei es um Familienfeste zu feiern, Klassentreffen auszurichten oder eine Reise mit Arbeitskollegen zu unternehmen.

Eine große Rolle spielen die Radfahrer. "Es werden immer mehr, die ein bis zwei Tage hier Station machen", sagt Neuling. Meist suchten sie einfache und preiswerte Unterkünfte. Auf diese Weise profitiere die Stadt nicht nur vom Elbe-Radweg, sondern auch von den umliegenden ländlichen Regionen.

Zwar seien die Übernachtungsmöglichkeiten in der Hansestadt mit rund 250 Betten überschaubar, mit deren Qualität ist Constanze Neuling allerdings sehr zufrieden. Mit "gut bis sehr gut", bewertet sie das Angebot. Wünschenswert wären jedoch noch mehr Zimmer in Fachwerkhäusern in der Innenstadt. "Diese Art der Übernachtung, allerdings mit der Möglichkeit eines Frühstücks, wird häufig nachgefragt", sagt Neuling. Abends würden die Gäste eben gerne auch etwas Trinken und wollen deshalb nur ungern mit dem Rad oder Auto fahren.

Im ersten Halbjahr übernachteten im Land knapp 1,4 Millionen Gäste, 72 000 Gäste mehr als im Vorjahreszeitraum.