Der Förderverein der Kreismusikschule möchte neue Wege beschreiten: Geplant ist die Anschaffung von hochwertigen Instrumenten, die dann besonders begabten Kindern leihweise zur Verfügung gestellt werden können. Los geht`s in diesem Jahr mit einer kleinen Meistergeige.

Gardelegen l Sie sorgen für Entzücken, wo immer sie auftreten: Die kleinen Musiker der Kinderstreichergruppe mit ihren winzigen Geigen und Celli sind aber auch wirklich ein bezaubernder Anblick.

"Besondere Instrumente können talentierte Kinder motivieren."

Wer indes glaubt, kleine Instrumente haben auch einen kleinen Preis, der irrt. Leider kosten viertel-, halbe und dreiviertel Geigen ein kleines Vermögen. Nachvollziehbar, dass Eltern dem talentierten Nachwuchs erst dann ein eigenes Instrument finanzieren möchten, wenn das nicht mehr mitwachsen muss.

Dass die Schüler der Kreismusikschule auf Instrumenten lernen können, die ihrer Größe entsprechen, ist aber dennoch garantiert. Denn ordentliche Leihinstrumente sind vorhanden. Gegen eine Gebühr können Eltern diese leihen. Sie begleiten die Kinder dann über einen Zeitraum von mehreren Jahren, bis die kleinen Hände und Arme gewachsen und größere Instrumente nötig sind. Und sie klingen auch schön. Dennoch gibt es feine aber deutliche Unterschiede zu den richtig guten, den Meisterinstrumenten. So manches Nachwuchstalent würde sich vielleicht noch schöner anhören, wenn es eine Meistervioline, ein Meisterviola spielen dürfte. Und deshalb hoben sich am Montagabend während der Jahressitzung des Fördervereines der Kreismusikschule auch alle Hände, um der Anschaffung einer mehrere tausend Euro teuren dreiviertel Meistergeige grünes Licht zu geben. Das Instrument wird dem Förderverein gehören und besonders talentierten Schülern zur Verfügung stehen.

Warum gerade diese Größe als erstes angeschafft werden sollte, erläuterte Fachlehrer Jens-Peter Dossin: Eine dreiviertel Geige "spielen Kinder etwa im Alter von zehn bis zwölf Jahren". Da sei Talent schon deutlich zu erkennen sei. "Ein besonderes Instrument kann die Kinder dann eben auch besonders motivieren", bei der Stange oder in diesem Fall am Bogen zu bleiben.

Vergeben werden könnte die Violine zum Beispiel für ein Schuljahr als Ergebnis eines Vorspielens - eine Praxis, die auch andere Musikschulen anwenden -, oder nur für einige Monate, zur Vorbereitung auf einen Musikwettbewerb. Genaue Modalitäten, auch die Versicherungsfrage, will der Verein in den nächsten Wochen noch klären.

Dass das Geld für die Meistergeige vorhanden ist, hat der Förderverein übrigens dem Altmarkkreis zu verdanken. Der spendierte der Musikschule in diesem Jahr zur Freude aller Lehrer und vieler Schüler den dringend benötigten Konzertflügel. Auf einen solchen wollte der Verein eigentlich sparen. Nun können die Meistergeige und dazu noch ein E-Cembalo finanziert werden. Auch für die Anschaffung eines solchen transportablen Instrumentes gab der Förderverein auf Antrag von Musikschulleiter Falk Kindermann seine Zustimmung.

Von ihm gab es zudem ein großes Lob: Nicht nur kreisweit, "auch im Land ist unser Förderverein hoch anerkannt", berichtete Kindermann während der Zusammenkunft.

"Unser Förderverein ist auch im Land hoch anerkannt."

Dass dessen Arbeit auch weiterhin so erfolgreich bleibt, garantierte am Montag ein Verwaltungsakt. Denn der alte Vorstand des Musikschulfördervereines ist auch der neue. Einstimmig wurden die fünf Mitglieder am Montag bestätigt. Für weitere drei Jahre übernimmt Heid Wiechmann den Vorsitz und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihrem Stellvertreter Jens-Peter Dossin, Schriftführer Jürgen Genz, Schatzmeisterin Sabine Freitag und Beisitzerin Gunhild Heinrich.

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