Im Tierheim Hoyersburg sind zwei Notfallhunde aufgenommen worden. Sie stammen aus einer schlechten Haltung. Die Tierschützer suchen insbesondere für den Rüden Sam, aber auch für alle anderen Vierbeiner neue liebevolle Halter.

Von Antje Mewes

Hoyersburg l Vertrauensvoll schmiegt sich der zehnjährige Schäferhundmischling Sam an Janine Marder. Die junge Frau hilft ehrenamtlich im Tierheim, geht mit den Hunden spazieren und übernimmt weitere Arbeiten die nötig sind. Der Rüde tut ihr besonders leid. Gemeinsam mit einer Hündin ist er aus schlechter Haltung ins Tierheim abgegeben worden. Mit Narben übersät, von Parasiten befallen und in einem schlechten Allgemeinszustand waren die Vierbeiner, berichtet die Vorsitzende des Tierschutzvereins Christine Binder. Sie lebten als Hofhunde, haben von der Welt außerhalb nichts gesehen. "Wir waren froh, als wir die Besitzerin überreden konnten, sie uns zu überlassen", sagt sie.

Die körperlichen Folgen der Vernachlässigung sind inzwischen weitgehend geheilt. Doch die Hündin Amy ist sehr ängstlich. In einer Pflegestelle, bei erfahrenen Hundehaltern, soll sie wieder Vertrauen zu Menschen fassen und sozialisiert werden. "Vorher können wir sie nicht vermitteln", erklärt die Vorsitzende.

An Sams Hundeseele haben die Leidensjahre anscheinend keinen Schaden angerichtet. Er ist lieb, aufgeschlossen und anhänglich. Allerdings hat er ein anderes Handicap. Einen inoperablen Tumor auf dem Rücken.

"Wir hoffen wirklich sehr, dass sich tierliebe Leute finden, die dem armen Kerl noch ein paar schöne Monate oder vielleicht sogar Jahre bereiten. Denn viel Gutes hat er in seinem Leben noch nicht gehabt", sagt Christine Binder.

Auch Django, den die Volksstimme schon vor einigen Wochen vorgestellt hat, lebt noch im Tierheim und es geht ihm nicht gut. Binder: "Er wird immer dünner und leidet sehr unter der Situation. Dabei ist es so ein toller Hund, wir verstehen nicht, dass ihn niemand haben will." Der zweijährige Labradormischling ist temperamentvoll, aber trotzdem gut zu händeln und will nur eins: raus aus dem Zwinger, sich bewegen und etwas lernen.

Mit den beiden Neuaufnahmen leben derzeit 22 Hunde und rund 60 Katzen im Tierheim. Die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen haben ihre Belastungsgrenze erreicht. Eine festangestellte Beschäftigte ist momentan krank.

"Wir kommen personell einfach nicht mehr hin", erklärt die Vorsitzende. Die Zeit reiche kaum aus, um allen Tieren gerecht zu werden. Deshalb sind alle ehrenamtlichen Helfer gern gesehen, die mit den Hunden spazieren gehen und sie beschäftigen. Für alle anderen Arbeiten wird ebenfalls Hilfe gebraucht. Und auch finanziell sieht es für die Tierschützer nicht rosig aus. "Das Geld von den Kommunen reicht bei weitem nicht, um alle Kosten zu decken", berichtet sie. Der Verein sei auf Spenden angewiesen, um den laufenden Betrieb im Tierheim aufrechterhalten zu können.