An der Fußballweltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung nahmen zwei Salzwedeler teil. Auch wenn die Mannschaft nicht Weltmeister wurde, zieht Spieler Günter Ahlfeld ein positives Fazit.

Salzwedel l In Brasilien wurde in diesem Jahr nicht nur die Fifa-Fußballweltmeisterschaft ausgetragen, sondern auch die Weltmeisterschaft (WM) für Spieler mit kognitiver Behinderung. In der deutschen Nationalmannschaft kickten mit Günter Ahlfeld und John-Pierre Friedrichs zwei Spieler vom Behinderten- und Rehabilitationssportverein (BSV) Salzwedel.

"Es war schon eine Ehre, da mitspielen zu dürfen", sagte der 17-jährige Günter Ahlfeld, einer der beiden Spieler. Er wollte schon als Kind hoch hinaus und hatte es sich zum Ziel gesetzt, einmal in der Nationalmannschaft kicken zu können. Nun ging der Traum in Erfüllung. Dass er sich in Brasilien sehr gut geschlagen habe, berichten auch sein Trainer Steffen Winkelmann und BSV-Vorsitzender Norbert Block. "Der Bundestrainer hat nach der WM gesagt, er hätte in der Mannschaft zehn Günters gebrauchen können", erzählte Block.

Günter Ahlfeld wurde von Bundestrainer Jörg Dittwar zunächst im Sturm, dann in der Abwehr aufgestellt. "In der Abwehr war ich definitiv besser", sagte der junge Fußballer rückblickend. Dass er bei der nächsten WM wieder aufgestellt werde, sei sehr wahrscheinlich, ergänzte Block. Schließlich sei er in jedem Spiel im Einsatz gewesen. "Er gehört schon fast zur Stammformation", sagte der BSV-Vorsitzende.

Günter Ahlfeld gibt zu, dass das Nachhausekommen auch schön gewesen sei. "Heimweh hatte ich aber nicht." Übernachtet hätte die Mannschaft in einem Drei-Sterne-Hotel mit "Jugendherbergscharme", wie es der Trainer nannte. Das brasilianische Wetter spielte nicht immer mit. "Das erste Spiel gegen Polen musste sogar wegen Unwetters verschoben werden. Wir haben teilweise nicht einmal mehr den Ball erkennen können vor lauter Regen", erzählte Ahlfeld, der seit dem sechsten Lebensjahr kickt und seit 2010 für den BSV spielt. Das Training wurde zuweilen an den Strand verlegt, weil der Platz zu verschlammt gewesen sei. Die Gegner seien Polen, Japan, Brasilien und Schweden gewesen. "Wir hatten diesmal wirklich schwere Gegner", resümierte der junge Salzwedeler. Rückblickend sei die Stimmung in der Mannschaft trotzdem ganz gut gewesen. "Wir haben uns als Team zusammengefunden", sagte Günter Ahlfeld.

Trainer Steffen Winkelmann dankte den Arbeitgebern und Schulen der beiden Spieler. "Wenn man bedenkt, dass die beiden ja den gesamten August über nicht in der Schule oder auf Arbeit waren, das erfordert schon eine Menge Toleranz", erklärte er. Allein die WM in Brasilien hätte 14 Tage gedauert. Dazu seien noch verschiedene Testspiele und Trainingslager gekommen.

Ahlfelds Spielkarriere geht weiter. Bereits am heutigen Montag geht es zu einem Benefizspiel nach Duisburg, wo im MSV-Stadion gegen die Alt-Herren der Duisburger gespielt wird. Dort sei auch eine Auswertung mit Bundestrainer Jörg Dittwar geplant, wusste der junge Salzwedeler.

Der BSV habe ebenfalls eine spannende Saison vor sich, ergänzte Norbert Block.

Wer es auch in die Nationalmannschaft schaffen möchte, für den hat Günter Ahlfeld folgenden Tipp: "Man sollte sich immer anstrengen und den Sport zu schätzen wissen. Fußball ist kein einfacher Sport."

Weitere Informationen zum Sportangebot des BSV und den Trainingszeiten gibt es im Internet unter www.bsv-saw.de