Der Altmarkkreis steht bei den Krankenhauseinweisungen landesweit im Mittelfeld. So steht es in einer Statistik der Krankenkasse Barmer. Der Sprecher des Altmarkklinikums verweist bei den Fallzahlen auf die Bevölkerungsstruktur des Kreises.

Salzwedel l Die Barmer Gesundheitskasse beklagt in ihrem Krankenhausreport einen kontinuierlichen Anstieg der Klinikeinweisungen. Deutschlandweit sei 2013 ein Höchststand von 212 Krankenhausfällen je 1000 Versicherte zu verzeichnen gewesen. In Sachsen-Anhalt wurden 2013 durchschnittlich 227 Krankenhausfälle je 1000 Versicherte registriert. "Damit liegen wir um 7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und nur an drittletzter Stelle der Länderstatistik", sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt.

Verweildauer hat sich reduziert

Schlechter als Sachsen-Anhalt schneiden nur Thüringen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 229 Krankenhausfällen je 1000 Versicherten ab. Die wenigsten Einweisungen gab es in Baden-Württemberg (179) und Bremen (196). Der Altmarkkreis liegt laut Barmer-Report mit 234,9 Fällen im Mittelfeld, im vergleichbaren Nachbarlandkreis Stendal sind 232,8 Fälle. Am Ende dieser Statistik steht der Salzlandkreis mit 252,5 Fällen, am besten stehen in diesem Zusammenhang die Städte Magdeburg und Halle da.

Allerdings habe sich die Verweildauer von 2006 bis 2013 um 11,6 Prozent auf aktuell 7,6 Tage reduziert. Laut Statistischem Bundesamt konnten Patienten in Sachsen-Anhalt das Krankenhaus sogar schon nach 7,3 verlassen.

"Neben der Zahl der Klinikeinweisungen bewegen sich auch die jährlichen Krankenhauskosten pro Versichertem zwischen Arendsee und Zeitz mit 815 Euro auf einem hohen Niveau", teilt Nawrath mit. Im Altmarkkreis sind es laut Barmer-Angaben 795,81 Euro und im Landkreis Stendal 790,45 Euro, pro Versichertem. Insgesamt summierten sich die Krankenhauskosten für die 296000 Versicherten der Barmer in Sachsen-Anhalt auf 288000 Millionen Euro. Das veranlasst den Landeschef der Barmer zu der Aussage: "Bei der künftigen Krankenhausplanung muss eine bessere Abstimmung der Kliniken untereinander und damit auch eine höhere Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Mittlerweile besteht weithin Einigkeit, dass nicht jedes Krankenhaus die gesamte Angebotspalette vorhalten muss."

Vergleichszahlen zu den Vorjahren konnte die Krankenkasse auf Nachfrage der Volksstimme nicht angeben. Wie Barmer-Sprecher Thomas Nawrath erklärt, gibt es für die Vorjahre keine Kreiszahlen. Und bei den bundesweiten Erfassungen sei das statistische Verfahren verändert worden. Das schließe eine Vergleichbarkeit der aktuellen Werte mit den Angaben früherer Krankenhausreporte aus.

Viele ältere und alte Menschen in der Region

Der Sprecher des Altmarkklinikums Florian Landsmann weist auf Volksstimme-Anfrage daraufhin, dass die Zahlen der Barmer nicht zwangsläufig repräsentativ für die Gesamtzahl der Klinikeinweisungen in Deutschland sein müssen. Im Vergleich Altmarkkreis Salzwedel und Stendal könnten keine signifikanten Unterschiede wahrgenommen werden. In absoluten Zahlen, hochgerechnet auf 90000 Einwohner seien es im Altmarkkreis jährlich etwa 180 Krankenhauseinweisungen mehr, informiert Landsmann.

Die Leistungsanforderungen der Krankenhäuser seien zudem nur im Kontext mit der Situation im ambulanten ärztlichen Bereich und der Pflege zu sehen. Außerdem zeichne sich die Bevölkerung des Altmarkkreises dadurch aus, dass viele ältere und alte Menschen hier leben. Landmann: "Damit verbunden ist eine ungünstigere Morbiditätsstruktur. Bekanntermaßen sind gerade in der letzten Lebensdekade die individuellen Gesundheitskosten am größten."

Die Fusion der beiden Krankenhäuser im Kreis unter dem Dach der Altmark-Klinikum GmbH habe zu einer qualitativ hochstehenden Versorgung der Bevölkerung des Altmarkkreises beigetragen, erklärt der Kliniksprecher. Landsmann: "Potentielle Synergieeffekte wurden kontinuierlich analysiert und umgesetzt". So seien über einen gemeinsamen Einkaufsverbund bessere Konditionen erreicht worden. Über das Basisspektrum beider Häuser hinaus, würden in Salzwedel für Hals-Nasen-Ohren und Urologie sowie in Gardelegen für die Geriatrie spezielle Behandlungsmöglichkeiten vorgehalten. Die Verwaltungsstruktur beider Standorte sei vereinheitlich worden. Für die Patientenversorgung existiert eine Küche für beide Standorte, beschreibt Landsmann die Strategie.

Steigende Fallzahlen und kürzere Verweildauern hätten zu einer enormen Arbeitsverdichtung sowohl in der Pflege als auch im ärztlichen Bereich geführt. Nur über das hohe Maß an Engagement der Mitarbeiter sei es möglich, auch den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, betont der Kliniksprecher.