Seit zehn Jahren ist Burkardt Franke aus Zühlen Flugpilot. Zum dritten Mal präsentiert er seinen Doppeldecker beim Simsonrennen in Dessau. Zusammen mit Guido Bornemann in seiner C-24- Maschine und weiteren Fliegern bietet er Rundflüge über der Rennstrecke an.

Dessau l Am Mittwochabend war großes Putzen und Prüfen auf dem Flugplatz in Klein Gartz angesagt: Auch Burkardt Franke aus Zühlen und Guido Bornemann aus Arendsee machten ihre Maschinen startklar für den Einsatz beim Simsonrennen in Dessau. Am Sonnabend, 13. September, landen die beiden Ultraleichtflugpiloten auf dem extra für diesen Tag angelegten Sonderflugplatz am alten Dessauer Bahnhof.

1500 Flugstunden in zehn Jahren absolviert

"Um dort die 600 Meter lange Landebahn anlegen zu können, musste ich eine Genehmigung bei der Flugbehörde in Halle beantragen", erklärte Franke gestern im Volksstimme-Gespräch. Das habe reibungslos und unbürokratisch geklappt.

Zum dritten Mal ist der Bauunternehmer mit seinem Doppeldecker und der C 24 beim Dessauer Simsonrennen dabei. Zusammen mit Bornemann und weiteren Ultraleichtflugpiloten bietet er den Gästen Rundflüge über das Festgelände an. "Voriges Jahr war die Nachfrage stark, aber das hängt auch vom Wetter ab", schätzte er ein.

Burkardt Franke geht seit zehn Jahren in die Luft. "Genau genommen hatte ich schon mein Leben lang in der Luft zu tun", verriet er. Zu GST-(Gesellschaft für Sport und Technik) Zeiten war er Fallschirmspringer. Später arbeitete er zehn Jahre lang als Maurer an und auf Industrieschornsteinen 110 und mehr Meter hoch über festem Boden. "Das kann man oder nicht", meinte er lapidar.

Aber mit der Fliegerei fing er erst vor gut zehn Jahren an. "Ich hatte zu meinem 40. Geburtstag zwei Fluggutscheine bekommen", erinnerte er sich. "Aber ich schob das immer wieder hinaus, hatte keine Zeit, nahm sie mir jedenfalls nicht", erzählte er.

Erst nach zwei Jahren schritt er zur Tat und flog von Klein Gartz aus. "Das war so überwältigend, genau mein Metier, das wollte ich öfter haben", beschrieb er. Er machte seinen Flugschein. "Risiko? Sehe ich nicht, für jedes Problem fällt mir bis zur Landung immer eine praktikable Lösung ein." Und die Probleme auf dem Boden lasse er beim Start einfach hinter sich. "Die erscheinen aus 700 Meter Höhe ganz klein und unbedeutend."

Inzwischen habe er schon 1500 Flugstunden absolviert. Der letzte Flug sei vor vier Wochen in die Normandie gegangen. Besonders schwierig sei aber mal eine Landung auf einer Bahn mit 18 Prozent Steigung gewesen. "Das war am Altiport Meribel, im Skigebiet, wo Michael Schumacher verunglückte", so Franke.

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