Arendsee l "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", könnte man Arendsees Bauamtsleiter Gert Reckling das berühmte Goethe-Zitat in den Mund legen. Denn zum dritten Mal hat der Landesstraßenbaubetrieb angekündigt, den seit Jahren versprochenen Ausbau der Arendseer Ortsdurchfahrt L 1 in Angriff zu nehmen.

Ausschreibungen voraussichtlich im Herbst

"Die Ortsdurchfahrts-Vereinbarung ist kurz vor dem Abschluss, die Planungen sind abgeschlossen", erklärte Reckling auf Volksstimme-Nachfrage. Die öffentliche Auslegung der Pläne erfolgte bereits 2011. Voraussichtlich im Herbst solle es Ausschreibungen geben. "Und für das Frühjahr 2015 ist der Baubeginn avisiert", sagte er.

"Aber unter dem Vorbehalt, dass die Finanzen des Landesbetriebs gesichert sind", schränkte er ein. Die stehen auf der Kippe und wurden dem Vorhaben bereits zwei Mal zum Verhängnis. "Vor zwei Jahren stand alles in den Startlöchern, die Vereinbarung war abgeschlossen, wir als Stadt hatten unsere Gelder bereit - als kurz vor der Ausschreibung alles abgelasen wurde", erinnerte er.

Inzwischen sei die Skepsis groß und das städtische Budget eher klein. "Wir haben mit den mehrfach aufgeschobenen Mitteln aus der Städtebau-sanierung in die Erneuerung der Feldstraße investiert", so Reckling.

Natürlich seien noch angesparte Rücklagen aus dem Programm da, das allerdings 2013 ausgelaufen sei. "Über weitere Wege gibt es ein Gespräch im Landeswirtschaftsministerium", verriet er hinter vorgehaltener Hand. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und so hoffe er auf die Realisierung des Bauprojekts im dritten Anlauf.

Bäume fallen für Gewege und Parknischen

Gebaut werden solle der Abschnitt der Friedensstraße zwischen dem Kreisel und der Einmündung zur Bahnhofstraße und von dort weiter bis zum Feuerwehrgerätehaus und der Einmündung Dessauer Worth.

Geplant ist, nicht nur die Fahrbahn zu erneuern und Rohrrigolen zur Niederschlagsversickerung anzulegen, sondern auch Parknischen zur Entschärfung der Verkehrssituation zu schaffen. Da sich im Kreuzungsbereich zahlreiche Geschäfte befinden, parken die Kunden ihre Autos an der L 1 am Fahrbahnrand. Das soll sich nach dem Ausbau ändern.

Und schließlich werden auch die maroden Gehwege in Angriff genommen, die bereits mehrfach Anlass zu Kritik waren.

Ein Thema für sich sind die Bäume, die bei der Baumaßnahme fallen sollen.