Salzwedel (mhd) l Eine Beleidigung am Telefon kommt einen 57-jährigen Arendseer teuer zu stehen. Am 28. Februar 2014 rief der am Dienstag im Salzwedeler Amtsgericht angeklagte Mario U. (Name geändert) bei der Arbeitsstelle eines anderen Seestädters an. Dessen Chef war am anderen Ende der Leitung und bekam von Mario U. zu hören, dass sein Mitarbeiter ein Arschloch sei. Deshalb musste sich der Angeklagte wegen Beleidigung verantworten.

Gegen einen ersten Strafbefehl in Höhe von 20 Tagessätzen à 30 Euro legte der 57-Jährige Widerspruch ein. Bei der Verhandlung gab er jedoch zu, den Geschädigten im Gespräch mit seinem Vorgesetzten Arschloch genannt zu haben. "Ich habe ihn aber niemals direkt angesprochen", versuchte sich Mario U. aus der Affäre zu ziehen. Amtsgerichtsdirektor Dr. Klaus Hüttermann erklärte ihm daraufhin, dass es ganz egal sei, ob er seine Beleidigung direkt an den Geschädigten gerichtet oder sie gegenüber einer anderen Person geäußert habe. Es bleibe eine Beleidigung. "Nachdem Sie die Sache eingeräumt haben, weiß ich nicht, worauf Sie mit ihrem Widerspruch hinaus wollen", wandte sich Hüttermann an den Angeklagten, der sich nach einigem Zögern dazu entschloss, die Geldstrafe in Höhe von 600 Euro anzunehmen. Gegen Mario U. liegen noch weitere Verfahren auf dem Tisch des Richters. "Ich will Sie warnen vor dem Weg, den Sie gehen. Dieser könnte im Gefängnis enden", appellierte Klaus Hüttermann an die Vernunft des Arendseers.