Salzwedel l Hochschwanger macht eine junge Mutter ihre Tür auf. Zwei Mitarbeiterinnen der Salzwedeler Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) stehen dort. "Sie haben gesagt: Das mit der Wohnung wird nichts. Eine Mietpartei geht total auf die Barrikaden", erzählt sie.

Eigentlich wollte die junge Frau mit ihren mittlerweile fünf Kindern bald umziehen. Derzeit leben sie auf 70 Quadratmetern. Die neue 100-Quadratmeter-Wohnung sollte der Familie ein besseres Leben ermöglichen. Mündlich war alles geklärt. Die Nachricht war ein Schock für die Hochschwangere. "Ich habe es erst gar nicht realisiert. Ich habe mich überhaupt nicht gut gefühlt", sagt sie. Einen Plan B gibt es nicht. "Es war im August mündlich doch alles zugesichert", erzählt die Frau. Ihre alte Wohnung sei gekündigt. Viele Umzugskartons sind schon eingeräumt. "Wir sitzen auf gepackten Koffern", sagt sie.

Die junge Mutter steht derweil vor großen Fragezeichen. Gerade erst ist ihr fünftes Kind geboren. "Ich bin enttäuscht und wütend", erklärt sie. Für die neue Wohnung habe sie bereits Teppiche gekauft und auch der Abstand für das Laminat sei bezahlt. Die Absage sei ein Tiefschlag gewesen.

"Das ist unglücklich gelaufen."

"Das ist unglücklich gelaufen", sagt Wobau-Geschäftsführerin Gudrun Bubke. Sie habe mit der gestrigen Anfrage der Volksstimme zum ersten Mal von der Geschichte gehört. Ihre Mitarbeiter hätten nach den Beschwerden der Nachbarn Ärger im Haus befürchtet, wenn die Familie eingezogen wäre. "Wir sind daran interessiert, dass die Mieter untereinander auskommen", erklärt Bubke.

Sie versuche nun, eine Lösung zu finden und nach Alternativen zu suchen. Keine leichte Aufgabe, denn Wohnungen in dieser Größe sind in Salzwedel nur schwer zu finden. Auch der Einzug der Familie in die zuerst zugesprochene Wohnung sei noch nicht vom Tisch. In der alten Wohnung könne die Familie trotz der Kündigung erstmal bleiben.

"Die Decken sind unheimlich hellhörig."

Die Mieter, die sich beschwert haben, sind ein älteres Ehepaar, vor ein paar Jahren aus dem Eigenheim ins Mietverhältnis gewechselt. Sie leben unter der freien Wohnung.

Von einer Beschwerde wolle sie in dem aktuellen Fall aber nicht reden, sagt die Frau. "Denken Sie daran, dass die Decken unheimlich hellhörig sind", habe sie zu einer Mitarbeiterin der Wohnungsbaugesellschaft gesagt.

"Die Vormieterin hatte ein Kind, das war schon laut. Ich kann mir gut vorstellen wie dass mit fünf Kindern sein wird", begründet die Frau. Bereits damals habe es Ärger im Haus gegeben.

Entsprechend beruhigt seien sie gewesen, als sie von der Absage für die Familie erfahren haben, sagt ihr Mann.